Pressebericht Holzkirchner Merkur vom 04.01.2017

Wege des geringsten Widerstands

Straßenbauamt will Ende 2017 konkrete Trassenvorschläge für die Holzkirchner Umfahrungen vorlegen

Für die im neuen Bundesverkehrswegeplan verankerten Umfahrungen von Holzkirchen (Südspange), Großhartpenning und Kurzenberg hat die Feinplanung begonnen. Das Straßenbauamt Rosenheim will in den nächsten Monaten alle denkbaren Trassen prüfen und durchrechnen. Wie Bürgermeister Olaf von Löwis jetzt im Gemeinderat mitteilte, sollen die konkreten Trassenvorschläge Ende 2017 oder Anfang 2018 vorliegen. Erst auf der Basis dieser konkreten Pläne will die Gemeinde diskutieren, wie sie sich zu den Vorschlägen positioniert. “Der Ball liegt beim Straßenbauamt”, sagt Rathaus Geschäftsleiter Robert Haunschild auf Anfrage. Was die ortsnahe Südspange anbelangt, können die Planungen auf Vorarbeiten zurückgreifen. Für welche Teile des Gebiets, das für einen Straßenkorridor in Frage kommt, gibt es bereits eine Umweltverträglichkeitsstudie samt Raumwiderstandskarte.

Höchster Wiederstand etwa wird bedingt von Wohnbebauung, in abgestufter Wertigkeit folgt Naturschutz. Zwei “konfliktarme” Korridore wurden bereits identifiziert – jedenfalls konfliktärmer als die seit 2009 geplante Trasse, die 2013 aus Naturschutzgründen von der Regierung von Oberbayern endgültig verworfen worden war. Just die Tatsache, dass es die ortsnahen Alternativen gibt, bedeutet damals das Aus für die ortsferne Variante. Dass sich das Straßenbauamt erneut auf eine ortsferne Trasse südlich von Kurzenberg einlässt wie jüngst von den Freien Wählern vorgeschlagen, gilt als unwahrscheinlich. 

Die Südspange genießt bei den Straßenplanern höchste Priorität, sie ist im neuen BVWP als “vordringlicher Bedarf” eingestuft. Obwohl die Umfahrungen für Großhartpenning und Kurzenberg nur im “weiteren Bedarf” mit Planungsrecht gelistet sind, will das Straßenbauamt auch hier im laufenden Jahr Voruntersuchungen anstellen. Unter anderem sind naturschutzfachliche Gutachten nötig, um den “Raumwiderstand” planungssicher zu erfassen. Die Planer gehen bisher davon aus, dass nur eine Umfahrung im Westen in Frage kommt; die Trasse würde zwischen Groß- und Kleinhartpenning liegen. Gegen diese Pläne, ebenso wie gegen die Holzkirchner Südspange, haben sich Bürgerinitiativen formiert; andererseits kämpft ein mitgliederstarker Verein seit Jahren für eine Umfahrung, um den Durchgangsverkehr aus dem Ort zu bringen. Die Gemeinde hat sich noch zu keiner offiziellen Stellungnahme durchgerungen. Man sei gefordert, wenn konkrete Trassen auf dem Tisch liegen, sagt der Bürgermeister. Zwar kann die Gemeinde keinen unmittelbaren Einfluss auf die Planung nehmen, da es sich um ein Vorhaben des Bundes handelt. “Man hat mir aber bestätigt, dass dem Votum der Gemeinde erhebliche Bedeutung beigemessen wird”, betonte Löwis im Gemeinderat. 

Bericht aus der Tegernseer Zeitung / Andreas Höger vom 04.01.2017

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Bericht in der Holzkirchnerstimme vom 04.01.2017

Eine Leserstimme von Andreas Gruhle

Lieber Mautflüchtling …

Pünktlich zum Bettenwechsel in den Skigebieten rollt die Blechlawine durch das Alpenvorland. Inklusive etlicher Urlauber, die der Maut in Österreich aus dem Weg gehen wollen. Eine Spurensuche.

Zum Mautsparen rechts entlang …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Leserstimme von Andreas Gruhle von Gipfelfieber.com:

Lieber Mautflüchtling,

am Wochenende brichst du nun wieder über die deutsch-österreichischen Grenzregionen herein und ich frage mich immer, warum du das dir und den Anwohnern eigentlich antust. Vorab: Vielleicht mag es in Zeiten von Pegida, Bagida, Legida, Hogida und Frigida (gibt’s wirklich!) nicht ganz richtig sein, in einem eher lächerlichen Ton über Flüchtlinge herzuziehen, aber wie die besagten Gruppen scheinst auch du gerne vor dem Offensichtlichen die Augen verschließen zu wollen. Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, um dich verstehen zu können.

Jahr für Jahr brichst du in Bälde bei dir zu Hause auf, um pünktlich und mit Sack und Pack bepackt die österreichischen Skiregionen heimzusuchen. Die Schweiz ist dir ja schließlich zu teuer. Aber schlau wie du bist, fährst du natürlich nicht über die Inntal-Autobahn, um in Tirol einzufallen, sondern tuckelst wie Tausende andere gemütlich über Tegernsee und Achensee, quetschst dich durch Mittenwald oder quälst dich und deine quengelnde Bagage hinter einem LKW oder einem Reisebus über den Fernpass.

Irgendwo muss man ja sparen

Klar, so ein Skiurlaub ist teuer. Grob geschätzt haut eine vierköpfige Familie in einer Woche mit Hotel, Skipass und Skischule locker 2.000 Euro auf den Putz. Wenn es denn reicht. Irgendwo muss sich da ja Sparpotential finden lassen. Mit dem Liftbetreiber über einen Rabatt diskutieren – du seist ja schließlich eine ganze Woche da? Aussichtslos! Mit dem Inhaber der Skischule verhandeln wollen – es gäbe ja genügend andere Skischulen, wo du hingehen könntest, wenn du nicht eine Vergünstigung bekommst? Viel Glück dabei!

Da bietet sich diese blöde Vignette – das Pickerl – natürlich an. Kann ich verstehen, dass du da hellhörig wirst. Warum sollst du für die Fahrt ins Skigebiet 8,70 Euro bezahlen, wenn du es auch kostenlos haben kannst? Nur hierzulande sollen die anderen möglichst bald zahlen, wir sind ja ein Transitland. Und die Zeitersparnis gibt es ja nun auch fast nicht mehr, seitdem auf der Inntal-Autobahn nur noch mit maximal 100 km/h gefahren werden darf. Dann lieber zeigen, wofür man sich einen SUV gekauft hat und über den Pass fahren.

Die Landschaft ist doch so schön

Du entgegnest mir jetzt natürlich, dass dich bei deinem 2.000-Euro-Urlaub in deinem 60.000-Euro-Auto die 8,70 Euro nicht weiter interessieren. Du flüchtest ja auch gar nicht vor der Maut, du fährst mit voller Absicht über den Tegernsee, weil es da ja so schön ist, wenn man zum Fenster rausschaut. Zugegeben, der gemeine Münchner sieht das genauso, weswegen er sich beim kleinsten Sonnenstrahl am Samstag und Sonntag auf den Weg zum Tegernsee macht, um pro Richtung geschlagene zwei Stunden im Auto zu sitzen.

Der bleibt dann aber wenigstens auch dort und schaut nicht nur zum Fenster (höchstens dem vom Bräustüberl) raus. Du dagegen sitzt im Auto, erfreust dich des Sees wie er da so malerisch eingebettet zwischen den Bergen liegt, während deine Frau neben dir schläft und deine Kinder auf dem iPad Disney-Filme schauen, um sie auch ja bis zur Ankunft still zu halten.

Eine Frage drängt sich mir aber auf: Wenn du es da so schön findest, warum bist du noch nicht auf die Idee gekommen, dort auch deinen Urlaub zu verbringen? Zu viel Durchgangsverkehr vielleicht? Oder ist dir das Skigebiet zu klein? Unter 100 Pistenkilometern kommt das nicht in Frage, weil du ja eine Woche lang Abwechslung brauchst, am Ende aber trotzdem immer wieder die gleiche Piste fährst, weil die schließlich den ganzen Tag Sonne hat?

Ein Haus im Grünen

Jetzt stell dir doch aber mal Folgendes vor: Du wohnst in einem schönen beschaulichen Ort mitten im Grünen. Leider hat der Ort bis auf einen Bratwurststand nicht sonderlich viel zu bieten, während der Nachbarort den größten und schönsten Badesee überhaupt hat und so die Straße direkt bei dir vor dem Haus regelmäßig am Wochenende so verstopft ist, dass du dich nicht mal mehr traust, im Bademantel am Gartentor die Zeitung zu holen. Fändest du das toll?

Du möchtest das vielleicht nicht glauben, aber um solcher Heerscharen Herr zu werden, wurden unter anderem auch die Autobahnen gebaut. Die sollen eben verhindern, dass du dich mit den anderen Mautflüchtlingen durch die Gemeinden schiebst – quasi mitten in der Natur tonnenweise CO2 rausballerst – und dafür sorgen, dass du am Ende schneller an dein Ziel kommst. Und eins sei dir versichert: Wenn sich einer dieser ebenfalls mautsparenden LKWs mal wieder um die x-te Spitzkehre schlängelt und du dahinter mit 10 km/h hertrottest, wirst du dir die 100 km/h auf der Autobahn herbeisehnen.

Und die Moral von der Geschicht’

… die Maut, die zahlst du trotzdem nicht. Aber vielleicht, lieber Mautflüchtling, denkst du jetzt doch mal darüber nach, wie sinnvoll es wirklich ist, den 8,70 Euro zu entgehen. Verschwende ein paar Gedanken an die Anwohner, an die Natur und an dein Nervenkostüm. Sie alle danken es dir.

*Ach ja: Bitte alles nicht so ernst nehmen. Den Kern aber schon.

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Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch !

Liebe Mitglieder und Aufmucker,

ein turbulentes Jahr neigt sich dem Ende zu. Wir haben in diesem Jahr wieder einmal einiges erreicht. Das Hauptziel, die Verkehrsberuhigung für Großhartpenning trotz vieler Versprechungen durch den Bürgermeister Olaf von Loewis leider noch nicht. 

Wir wünschen Euch ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest im Kreise Eurer Familien. 

Auf ein erfolgreiches und gesundes 2017!

Euer Vorstand von Hartpenning muckt auf e.V.

Markus Hoppmann / Max Steinbacher / Karsten Hense / Wolfgang Leonti / Johann Lohmayr

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Gleiches Schema – Herr Rehm ? Vergleich Kraglinger Spange und Holzkirchen.

 

Pressemeldung im Holzkirchner Merkur:

Ende 2017, Anfang 2018 lege die Behörde der Gemeinde mehrere Trassen vor. „Da sind wir dann gefordert – in welcher Form auch immer“, sagte Löwis. „Man hat mir bestätigt, dass dem Votum der Gemeinde erhebliche Bedeutung beigemessen wird.“ Bis Anfang 2017 könnten Bürger Trassen beim Straßenbauamt einreichen.

Hartpenning muckt auf schielt und verweist dabei auf die aktuellen Entwicklungen und Gegebenheiten in Stephanskirchen. Hier wird trotz einer Ablehnung des Gemeinderates die Umgehung ( sogenannten Kraglinger Spange) trotzdem gebaut. Herr Rehm ( Straßenbauamt Rosenheim ) teilt dabei in einem Fernsehinterview mit das es es eigentlich egal ist was ein Gemeinderat entscheidet. Wenn der Bund eine Straße bauen will, dann tut der Bund das auch.

Auszug aus einer Pressemeldung zum Thema Kraglinger Spange:

Dass das Staatliche Bauamt Rosenheim trotz Ablehnung aller vier Varianten durch den Stephanskirchner Gemeinderat nun die Variante drei der sogenannten Kraglinger Spange verwirklichen will, erzürnt viele Mitglieder des Gremiums.

„Wir wurden bewusst belogen“, greift SPD-Rätin Steffi Panhans Baudirektor Christian Rehm an. Der Leiter der Behörde habe bei früheren Veranstaltungen darauf verwiesen, dass die Spange nicht gegen den Wunsch der Kommune verfolgt werde. Rehm begründet die Entscheidung für die Planung der rund 2,3 Millionen Euro teuren Straße mit dem Nutzen für die Region: „Wir bauen sie für den außerörtlichen Verkehr, der rund 90 Prozent ausmacht.“ Vorteile soll die Maßnahme laut Bauamt aber auch für die Stephanskirchner Bevölkerung bringen – unter anderem durch Entlastungen neuralgischer Verkehrsknotenpunkte, beispielsweise an der Kreuzung Salzburger/ Miesbacher Straße. Reisner

In Holzkirchen glaubt man aber noch immer das die Gemeinde bei der Planung und beim Bau der Südumfahrung Holzkirchens ein Mitspracherecht hat. Wie lange glauben denn die Bürger das Märchen noch ? Herr von Loewis sagt das die Gemeinde dann Ende 2017 gefordert ist – in welcher Form auch immer. Sehr gerne sind wir da jetzt schon mit der Pressemeldung für das Jahr 2017 behilflich.

Auszug aus der Pressemeldung Ende 2017:

“Leider hat das Straßenbauamt Rosenheim uns die Entscheidung abgenommen – die Umgehungsstraße für Holzkirchen wird nun vom Bund geplant und gebaut. Da haben wir nichts mitzureden… der Gemeinde Holzkirchen sind da leider die Hände gebunden. Für Hartpenning und Kurzenberg können wir leider auch nichts machen da diese Umfahrungen ja nur im erweiterten Bedarf sind und der Bund dafür kein Geld mehr hat.”

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Bürgermeister will Hartpenning doch wieder nur beruhigen…

Den vielen Verkehr möchte die Marktgemeinde aus der Holzkirchner Ortsmitte rauskriegen. 

BÜRGERMEISTER BERICHTET VON GESPRÄCH 

Abstufung der Ortsdurchfahrt: Behörden nicht abgeneigt

 

Holzkirchen – Die Gemeinde möchte die Ortsdurchfahrt abstufen. Bürgermeister Olaf von Löwis berichtete nun davon, was die Behörden dazu sagen. Auch die Südspange war Thema.

Die Gemeinde möchte als „Königszug“ des Mobilitätskonzepts die Holzkirchner Ortsdurchfahrt (Münchner Straße) vom McDonald’s-Kreisel bis zum Marktplatz – eine Staatsstraße – zur Gemeindestraße abstufen (wir berichteten). Zum Tausch soll die Nordspange zur Staatsstraße hochgestuft werden. Bislang firmiert sie als Kreisstraße MB 9, deren Baulast die Kommune trägt. Die Gemeinde hofft auf mehr Handlungsspielraum.

 

Wie Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) jetzt im Gemeinderat bekannt gab, fand dazu ein Gespräch mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim, Landratsamt und Polizei statt. Auch der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) samt Südspange waren Thema. Gemeinsam mit Rathausmitarbeiterin Verena Sattler teilte Löwis nun die Ergebnisse mit. Zuständig für die Umwidmung sei die Oberste Baubehörde im Bayerischen Innenministerium.

„Alle drei Institutionen sind dem Thema nicht abgeneigt“, berichtete Sattler über die Umwidmungen. Auch was die Gestaltung der Ortsdurchfahrt Großhartpenning betrifft, habe das Straßenbauamt Gesprächsbereitschaft signalisiert. Allerdings bemerkten die Behörden, dass das Teilstück der B 318 bei Holzkirchen das „am meisten befahrene Straßenstück im Landkreis“ sei; ferner sei der Teil an der „Spinne“ ein Unfallschwerpunkt. Dieser Bereich sollte durch eine Umwidmung nicht mehr belastet werden. Eine „Ringlösung“ würden die Behörden nur im Zusammenhang mit einer Südspange sehen.

Bei dieser Gelegenheit stellte Löwis den aktuellen Stand und weitere Schritte dazu vor. Der BVWP sei seit 2. Dezember Gesetz, darin stehe die Südspange im vordringlichen Bedarf, die Umfahrungen für Großhartpenning und Kurzenberg im weiteren Bedarf mit Planungsrecht. Das Straßenbauamt nehme nun die Planung auf. Für einen großen Teil des Holzkirchner Planungsgebiets gebe es eine Umweltverträglichkeitsstudie samt Raumwiderstandskarte. Die Räume um Hartpenning und Kurzenberg müssten naturschutzfachlich untersucht werden. Ende 2017, Anfang 2018 lege die Behörde der Gemeinde mehrere Trassen vor. „Da sind wir dann gefordert – in welcher Form auch immer“, sagte Löwis. „Man hat mir bestätigt, dass dem Votum der Gemeinde erhebliche Bedeutung beigemessen wird.“ Bis Anfang 2017 könnten Bürger Trassen beim Straßenbauamt einreichen.

Nächster Schritt wäre ein Raumordnungsverfahren, was hier nicht erforderlich sei. Dann werde der Vorentwurf erarbeitet, im Anschluss beginne das Planfeststellungsverfahren, unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Der Planfeststellungsbeschluss könnte vor dem Verwaltungsgericht beklagt werden. Sofern bestandskräftiges Baurecht vorliege und die Finanzierung stehe, folgen Grunderwerb, Ausschreibung und Vergabe, Bauausführung und Verkehrsfreigabe. Es könne sein, dass andere Projekte rausfliegen, und die Umfahrungen für Hartpenning und Kurzenberg früher kommen.

Einen Runden Tisch Verkehr, bei dem die FWG gerne eine eigene Südspangen-Trasse südlich der jetzt angedachten mit hochkarätigen Politikern besprechen möchte (wir berichteten) hält Löwis für schwierig. Er wisse nicht, mit welcher Begründung er die Politprominenz einladen solle.

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Von Tauschgeschäften und Umfahrungen – Holzkirchner Stimme vom 21.12.2016


21. Dezember 2016 14:02 geschrieben von Laura Lorefice 0 Kommentare

Ein Tauschgeschäft mit der Regierung von Oberbayern – das könnte die Lösung für Holzkirchens Verkehrsprobleme sein. Die Ortsdurchfahrt soll zur Gemeindestraße werden. Dazu fand nun ein erstes Treffen mit den Behörden statt, bei dem auch noch ein zweites heißes Thema auf den Tisch kam.

Wie bringt man den Verkehr aus dem Holzkirchner Ortszentrum? Die Gemeinde arbeitet intensiv an Lösungen. /Archivbild
Holzkirchner Gemeindevertreter sowie der Gemeinderat trafen sich Ende Oktober zur großen Klausurtagung zum Orts- und Mobilitätskonzept. Dabei warf ein Vorschlag des Gutachters Kaulen ein ganz neues Licht auf Holzkirchens Verkehrsprobleme. Demnach sei es laut des Experten möglich, der Regierung von Oberbayern ein Tauschgeschäft anzubieten. Heißt im Detail: Die Gemeinde möchte die Nordumfahrung – die derzeit als Kreisstraße ausgeschrieben ist, deren Baulast aber die Marktgemeinde trägt – der Regierung als Staatsstraße anbieten. Dafür möchte die Marktgemeinde aber die Ortsdurchfahrt in der Münchner Straße (Marktplatz bis McDonald-Kreisel) haben.
Hätte die Gemeinde die Zuständigkeit der Münchner Straße, wäre vieles möglich, so Bürgermeister Olaf von Löwis im Oktober auf einer Pressekonferenz. Dieses Tauschgeschäft wäre die Voraussetzung für viele Einzelmaßnahmen zur Ortskernverschönerung. Doch so einfach geht das nicht. Die Änderung der Zuständigkeit der beiden Straßen bedarf langer Vorgespräche mit den Behörden.
Ein erstes Treffen

Vergangenen Dienstag trafen sich nun Vertreter der Gemeinde mit dem staatlichen Bauamt Rosenheim, dem Landratsamt Miesbach und Vertretern der Polizeiinspektion Holzkirchen sowie einem Vertreter aus dem Büro Kaulen zu einem ersten Gespräch. Unterhalten wurde sich über das Orts- und Mobilitätskonzept. In dem Zuge wurde die Idee des Tauschgeschäftes vorgestellt und Vorteile sowie Herausforderungen dargestellt. Diese bestehen in erster Linie in der Verkehrsführung und wie man den Verkehr am Besten auf die B 318 leiten kann.
Bei dem Treffen stellt sich laut Gemeinde heraus: Alle Vertreter waren von der Idee „nicht abgeneigt“.
Die Polizeiinspektion nannte den Bereich zwischen der A8 und der Auffahrt ins Gewerbegebiet jedoch „den am meist befahrendsten Teil im Landkreis“ und riet zunächst davon ab, diesen Bereich mit weiterem Verkehr zu belasten. Dennoch wurde der Vorschlag von den Behörden als „begrüßenswert“ gehandelt. Die Gemeinde möchte nun an dem Thema dran bleiben.
„Südumfahrung“ kommt auf den Tisch

Doch nicht nur das Tauschgeschäft war Thema des Treffens. Im Zuge der Gespräche, kam auch die „Südumfahrung“ auf. Diese könnte mit der neuen Lösung zusammenhängen. Denn: Im Falle einer Südumfahrung würde auch das Tauschgeschäft besser zur Geltung kommen. So könnte die Marktgemeinde nämlich komplett umfahren werden und durch das Ortszentrum würden endlich weniger Autos brettern. Könne eine Südumfahrung nicht realisiert werden, müsste man den Verkehr von der Nordumfahrung wieder in die Tegernseer, beziehungsweise Miesbacher Straße in den Ort reinleiten.
Doch noch ist nichts in trockenen Tüchern. Das Treffen mit den Behörden war nur ein erster Zwischenstand in dieser Sache. Die rechtlichen und formalen Regelungen des Tauschgeschäfts können sich laut Gemeinde „hinziehen“. Im Januar soll zunächst das Orts- und Mobiltitätskonzept beschlossen werden. Daraufhin sollen dann Sofortmaßnahmen entschieden werden. Diese möchte man laut Gemeinde zusammen mit dem staatlichen Bauamt Rosenheim im Detail abklopfen und besprechen, was möglich wäre, wenn die Ortsdurchfahrt zur Gemeindestraße werden würde.

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Presseartikel Holzkirchner Stimme zum BVWP 2030

Wenn Blechschlangen nichts bringen

„Umgehung ist, wenn alle fahren und nur Hartpenning im Regen steht“ – der Strauß an Bonmots und Süffisanzen rund um das Thema Verkehr ist bunt, seit der „Bund“ sich in diesem Jahr gemeldet hat. Nun verkünden die Hartpenninger, dass es ihnen endgültig stinkt.

"Hartpenning muckt auf" fordert eine Stellungnahme des Gemeinderates zur geplanten ortsnahen Südumfahrung.

Spätestens seit Veröffentlichung des Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 blutet die Umgehungswunde der Gegner. Nachdem im Sommer die Öffentlichkeitsbeteiligung abgeschlossen wurde, hat der Bundestag letzte Woche den BWP und die darin befindlichen Straßenbauprojekte im Gemeindegebiet Holzkirchen endgültig auf den Weg gebracht.

Dass dies ohne Änderungen durchgegangen ist, ärgert die Verantwortlichen von „Hartpenning muckt auf“. In einer Mitteilung betont Karsten Hense, dass sich die Öffentlichkeitsbeteiligung als Luftnummer herausgestellt habe.

Der von vielen Seiten heftig kritisierte und als rückschrittlich bezeichnete Infrastrukturplan und insbesondere die fragwürdigen Projekte B13neu und Ausbau der B318 wurden ohne Änderungen durchgewunken.

Für den Ortsteil Hartpenning bedeute die Planung laut Hense, eine maximale Mehrbelastung der ohnehin bereits im Verkehr erstickenden Ortsdurchfahrt. „Uns stinkt es besonders, dass man dies im Holzkirchner Rathaus bewußt in Kauf nimmt und Großhartpenning sprichwörtlich verheizt,“ so der Vorstand.

Dabei stehe laut den Hartpenningern ausser Frage, dass der geplante B13-Neubau reines Stückwerk sei, weil er nur die Ortsumfahrung von Holzkirchen finanziell und planungstechnisch berücksichtigt. Hense betont:

Dass die Trasse kaum Entlastung für den Holzkirchner Marktplatz bringt, weiss man nicht nur im Staatlichen Bauamt in Rosenheim sondern auch in Holzkirchen. Dies liegt an dem hausgemachten Ziel- und Quellverkehr, der laut Verkehrserhebungen zwischen 70 bis 80 Prozent liegt und angesichts der innerörtlichen Wachstumspolitik noch weiter ansteigen dürfte.

Der Verein ist der Auffassung, man im Oberland vor allem eine bessere Schieneninfrastruktur und attraktivere ÖPNV-Angebote brauchen. Denn mehr Straßen würden einfach nur mehr Verkehr, mehr Lärm und mehr Schadstoffe bedeuten. Aufgeben wolle man im Verein aber auch nach der Verabschiedung des BVWP nicht: „Wir werden uns auch in Zukunft mit allen Mitteln gegen diesen Wahnsinn wehren.“

Bürgerbeteiligung eine Farce?

Bereits im September hatte die SPD erklärt, dass die Bürgerbeteilgung nur zur Politikverdrossenheit führen würde. So sei es zwar unmöglich, dass der Verkehrsausschuss nach der Beteiligung der Öffentlichkeit nicht über jedes der rund 1.000 bewerteten Projekte im Detail beraten könne. Im Zweifelsfall sollten die Gremien jedoch darlegen, inwieweit die Argumente der Anwohner berücksichtigt wurden.

„Für besonders umstrittene Projekte wie die Umfahrungen bei Holzkirchen halte ich dies für besonders geboten, denn nur so entfaltet das Beteiligungsverfahren seine volle Wirkung,“ das erklärte die Vertreterin der SPD-Bundestagsfraktion Rita Hagl-Kehl. Unterstützt wurde sie dabei vom Holzkirchner Hans Pavlowsky, Landesparteirat der SPD. Pavlowsky sah die „gut durchdachten Argumente der Bürger im Beteiligungsverfahren“ viel zu wenig berücksichtigt. Diese sei laut Pavlowsky eine „Farce“.

Löwis schiebt Thema weiter auf lange Bank

Ganz anders als die Umfahrungsgegner aus Hartpenning hört sich Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) an. Gegenüber dem Merkur betont Löwis: „Ich freue mich sehr über den endgültigen Beschluss zum Bundesverkehrswegeplan“. Ein klares Votum des Gemeinderates soll es trotz allem noch nicht geben.

Der Gemeinderat kann sich erst dann positionieren, wenn wir Fakten haben. Wir warten auf die genaue Trasse.

Laut Löwis starten nun die weiteren Untersuchungen zuständigen Bauamtes in Rosenheim. So gebe es derzeit für die Holzkirchner Südspange vier unverbindliche Streckenführungen als Alternativen. Und womögich könnte es noch bis zu einem Jahr dauern, bis das Straßenbaumt seine Vorschläge öffentlich macht. Erst dann wolle man als Holzkirchner Gemeinderat das offizielle Votum abgeben.

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Eine neue Trasse durch den Wald – Entlastung für Hartpenning

FWG hat angeblich kürzere Alternative für Südumfahrung entdeckt
Die FWG-Gemeinderäte Birgit Eibl (v.l.), Martina Unverdorben, Martin Taubenberger und Hubert Müller zeigen auf dem oberen Bild Pläne mit einer von ihnen vorgeschlagenen Alternativroute.

QUER DURCH DEN WALD AN WARNGAU VORBEI

FWG hat angeblich kürzere Alternative für Südumfahrung entdeckt

Holzkirchen – Weil sie mit der jetzigen Planung nicht einverstanden ist, schlägt die FWG eine Alternativroute zu Südspange und den Umfahrungen von Großhartpenning und Kurzenberg vor.

Die FWG war überrumpelt. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass der Bundesverkehrswegeplan so früh verabschiedet wird“, sagt Fraktionsvorsitzende Birgit Eibl. Die Einwände, die sie und Bürger eingereicht haben, seien nicht berücksichtigt worden. „Das ist bitter“, meint sie. „Wir sind der Meinung, dass eine alternative Trasse geprüft werden sollte.“

Daher schlägt die FWG Holzkirchen eine Route vor, die eine Alternative zu den im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) verankerten Trassen für die Holzkirchner Südspange und die Umfahrungen für Großhartpenning und Kurzenberg sein soll. Eine solche stellt sich die FWG mitten im Wald südlich von Holzkirchen vor. Sie hat eine Karte erstellt, durch die sie eine Trasse – die die B 13 mit der B 318 verbindet – gezogen hat. Diese Variante würde sich im Süden von der jetzt eingereichten Südspange erstrecken – die selbst zwischen Thann und Sufferloh verläuft. Und südlich der ortsfernen Trasse am nördlichen Waldrand, die einst aus Naturschutzgründen scheiterte.

Die Alternativroute der FWG verläuft quer durch den Wald (blaue Trasse) und südlich von der jetzt angemeldeten Variante. Nach eigenen Berechnungen der FWG wäre ihre Umfahrung mit 5700 Metern kürzer als die angemeldete Strecke (8350 Meter). Daher glauben die Mitglieder, dass sie billiger wäre.

Die FWG will eine Südspange, um das Verkehrsproblem in den Griff zu bekommen. „Aber wir sind mit der jetzigen Planung nicht einverstanden“, sagt Eibl. Zum einen deshalb, weil der BVWP nur die Südspange im vordringlichen Bedarf vorsieht. Die Umfahrungen für Hartpenning und Kurzenberg stehen im weiteren Bedarf mit Planungsrecht.

Die FWG will die vom Verkehr geplagten Anwohner der kleinen Orte nicht im Regen stehen lassen. „Wir wollen eine Lösung aus einem Guss“, sagt Hubert Müller. So könne man im Gemeinderat nicht darüber entscheiden: „Jetzt müssten wir über eine halbe Straße abstimmen“, sagt Martin Taubenberger. Ohnehin hätte das Votum des Gemeinderats zwar einen wichtigen, aber keinen endgültigen Einfluss: „Wenn der Gemeinderat nein sagt, ist die Straße nicht zwingend gestorben“, sagt Christian Rehm, Leiter des Straßenbauamts Rosenheim. Es handle sich um ein Bundesprojekt.

Ein weiteres Argument der FWG: Das Nutzen-Kosten-Verhältnis der Südspange beträgt einen geringen Wert von 3,8. „Die Kosten für die Südspange sind viel zu hoch“, sagt Eibl. Elf Millionen Euro sind veranschlagt. Hinzu kommen 13,8 Millionen für den vierspurigen Ausbau der B 318 und die Ausgaben für Großhartpenning (10,1 Millionen) und Kurzenberg (3,7 Millionen). Ihre Route wäre billiger, so die FWG. Weil sie nach eigener Berechnungen kürzer wäre. Obendrein würde ihre Route mehr von der Bevölkerung akzeptiert, weil sie nicht so nah an den Orten dranklebt. Schließlich diene die Umfahrung als Transitstrecke von Tölz zur Autobahn. Taubenberg: „Es ist ein überregionales Problem. Das kann man nicht auf eine Gemeinde schieben.“

Dass der Wald für eine Straße tabu ist, wollen die Landwirte Taubenberger und Martina Unverdorben nicht gelten lassen. „Die Wiese ist aus Sicht der Landwirte wichtiger als der Wald“, sagt sie. „Wir wissen nicht, ob schützenswerte Tiere in dem Wald leben“, gesteht Eibl. Das müsse man prüfen. Sie marschierte durch den Wald. „Er ist bewirtschaftet, kein Nationalpark.“

Rehm erklärt: Im Zuge der Variantenprüfung würde seine Behörde den Vorschlag durchaus prüfen. Vorausgesetzt er werde offiziell eingereicht. Allerdings hält er es nicht für wahrscheinlich, dass die Route zum Tragen kommt. In Waldgebieten würden oft naturschutzrechtliche Gründe dagegen sprechen. „Aber ausschließen kann ich es zum jetzigen Zeitpunkt nicht.“ 2017 erweitere das Straßenbauamt die Raumwiderstandskarte, die die Umweltverträglichkeit angibt. „Die Bereiche für Großhartpenning und Kurzenberg sind noch nicht erfasst.“ Genauso wenig der Wald. „Wir konzentrieren uns auf konfliktarme Korridore.“ Bei den angemeldeten Trassen handle es sich um Platzhalter.

Die FWG setzt jetzt auf die politische Schiene über den Runden Tisch Verkehr im Oberland, will hochrangige Politiker für die Route begeistern. Ganz neu sei die Idee nicht, sagt Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). Sie kam von Bürgerseite, und kürzlich habe CSU-Gemeinderat Sepp Sappl senior ebenfalls eine Trasse durch den Wald erwägt. „Ich bin skeptisch, ob das gelingen wird im Wald.“ Aber: „Es ist gut, wenn man den Blick in die andere Richtung lenkt.“ Daher versuche er, den Runden Tisch dazu einzuberufen.

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Herr von Loewis wir nehmen Sie beim Wort !

Löwis zu BVWP: „Wir warten auf die genaue Trasse“

Olaf von Loewis beteuert nocheinmal das Hartpenning eine Verkehrsberuhigung benötigt – der Verein HMA wird Ihn dabei beim Wort nehmen und ggf. daran erinnern.

Pressebericht im Holzkirchner Merkur vom 06.12.2016
Nicht alle Bürger sind begeistert von einer Südspange. Heuer im April demonstrierten einige Gegner gegen die Umfahrung.

Bundestag billigt Bundesverkehrswegeplan

Löwis zu BVWP: „Wir warten auf die genaue Trasse“

Holzkirchen – Der Bundestag hat die Umsetzung des Bundesverkehrswegeplans beschlossen. Holzkirchens Bürgermeister schiebt den Gemeinderatsbeschluss zur Südspange aber weiter auf.

Der Bundestag hat am Freitag die Umsetzung des neuen Bundesverkehrswegeplans 2030 beschlossen (BVWP). Vier wichtige Projekte im Landkreis haben die Einstufung in den vordringlichen Bedarf beibehalten. Für die Erweiterung der B 318 auf vier Fahrspuren bei Holzkirchen (von der MB 9 bis zum Beginn der möglichen Südspange) sowie die Ortsumfahrungen von Gmund, Holzkirchen und Waakirchen sind etwa 80 Millionen Euro veranschlagt.

„Ich freue mich sehr über den endgültigen Beschluss zum Bundesverkehrswegeplan“, sagt Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). Das Votum seines Gemeinderats will er aber weiter auf die lange Bank schieben. „Der Gemeinderat kann sich erst dann positionieren, wenn wir Fakten haben.“ Bislang habe sich die Lage nicht geändert. „Wir warten auf die genaue Trasse.“ Ein Lager im Gemeinderat sei strikt gegen jegliche Form der Umgehungsstraßen, ein weiteres mache seine Entscheidung davon abhängig, wo genau die Trassen verlaufen. Ohne zu sagen, wo diese liegen, wäre eine Entscheidung „eine Augenwischerei“, findet er.

Jetzt beginnen seines Wissens die weiteren Untersuchungen des Staatlichen Bauamts in Rosenheim. Für die Holzkirchner Südspange seien vier unverbindliche Streckenführungen im Gespräch – zwei Haupt- und zwei Untervarianten. Nach seinen Informationen werde das Straßenbauamt die Vorschläge erst in vielen Monaten, womöglich erst in einem Jahr, vorstellen. „Dazu soll sich die Gemeinde äußern.“ Erst dann gebe der Gemeinderat sein offizielles Votum ab. Die geplanten Umfahrungen für Großhartpenning und Kurzenberg sind laut Löwis im BVWP nach wie vor im weiterer Bedarf mit Planungsrecht eingestuft. Für ihn ist wichtig, dass alle drei Umgehungen eines Tages realisiert werden.

Statt eines Gemeinderats-Beschlusses steht für Löwis im Moment ein anderes Ziel im Fokus: „Für uns heißt das, dass wir verstärkt mit den Behörden in Kontakt treten.“ Nächste Woche finde ein Termin im Straßenbauamt statt. Auch, um über den von der Gemeinde geplanten „Königszug“ im Mobilitätskonzept zu sprechen, mit dem das Holzkirchner Verkehrsproblem jenseits einer Südspange gelöst werden soll. Erleichterung für alle Maßnahmen soll vor allem die Abstufung der Ortsdurchfahrt, einer Staatsstraße, vom McDonald’s- Kreisel bis zum Marktplatz (Münchner Straße), in eine Gemeindestraße schaffen. Zum Tausch bietet die Gemeinde die Nordspange an, die zur neuen Staatsstraße werden könnte. Bislang firmiert sie als Kreisstraße MB 9, die Baulast trägt die Kommune. „Ich möchte mich stark dafür einsetzen, dass das Mobilitätskonzept 2017 umgesetzt wird“, sagt Löwis. Der Gemeinderat soll noch heuer oder spätestens Anfang 2017 über das Gesamtkonzept beschließen. Verkehrsplaner Ralf Kaulen und Manuela Skorka stellen ihre Ergebnisse dann vor. Laut Löwis stimmt das Gremium nicht über Einzelmaßnahmen, sondern über Richtlinien ab. Ein für Löwis wichtiger Teil des Mobiliätskonzepts: „Wir müssen Großhartpenning verkehrsberuhigen.“ Weil es sich um eine Bundesstraße handelt, müsse man ebenfalls mit dem Straßenbauamt verhandeln. Verhandlungsgegenstand werde auch der unsichere Bereich am Moarhölzl sein. „Da müssen wir was machen.“

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Mitteilung des Vorstandes von Hartpenning muckt auf zum BVWP 2030

Hartpenning muckt auf e.V. übt Kritik an dem vom Bundestag verabschiedeten Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) 
und den darin befindlichen Straßenbauprojekten im Gemeindegebiet Holzkirchen
 
Obwohl der Verein im Mai diesen Jahres im Ramen der Bürgerbefragung mit einer detaillierten Stellungnahme (http://www.hartpenning-muckt-auf.de/?p=1828)  vor einer massiven Flächenversiegelung mit erheblichen Kosten für die Landwirtschaft und gravierenden Beeinträchtigungen des Naherholungsgebietes südlich von Holzkirchen gewarnt hatte, stellte sich die Öffentlichkeitsbeteiligung als Luftnummer heraus. Der von vielen Seiten heftig kritisierte und als rückschrittlich bezeichnete Infrastrukturplan und insbesondere die fragwürdigen Projekte B13neu und Ausbau der B318 wurden ohne Änderungen durchgewunken. 
 
Für den Ortsteil Hartpenning bedeutet die Planung ganz konkret die maximale Mehrbelastung der ohnehin bereits im Verkehr erstickenden Ortsdurchfahrt. “Uns stinkt es besonders, dass man dies im Holzkirchner Rathaus bewußt in Kauf nimmt und Großhartpenning sprichwörtlich verheizt.” so der Vorstand. Dabei steht ausser Frage, dass der geplante B13-Neubau reines Stückwerk ist, weil er nur die Ortsumfahrung von Holzkirchen finanziell und planungstechnisch berücksichtigt. Dass die Trasse kaum Entlastung für den Holzkirchner Marktplatz bringt, weiss man nicht nur im Staatlichen Bauamt in Rosenheim sondern auch in Holzkirchen. Dies liegt an dem hausgemachten Ziel- und Quellverkehr, der laut Verkehrserhebungen zwischen 70-80 Prozent liegt und angesichts der innerörtlichen Wachstumspolitik noch weiter ansteigen dürfte. Auch der Bundesrechnungshof hatte an anderer Stelle kritisiert, dass der BVWP systematisch niedrig gerechnet wurde. Die Projekte für Holzkirchen haben in Wirklichkeit ein deutlich geringeres Kosten- Nutzen-Verhältnis als im Plan dargestellt, weil sie auf veralteten Daten beruhen und Kostensteigerungen nicht berücksichtigen. 
 
Der Verein ist der Auffassung, dass es dringend an der Zeit ist, sich mit einem überregionalen Netzplan zu beschäftigen und wirklich effiziente Alternativen zu suchen. Das Oberland braucht vor allem eine bessere Schieneninfrastruktur und attraktivere ÖPNV-Angebote. Mehr Straßen bedeuten mehr Verkehr, mehr Lärm und mehr Schadstoffe. Aufgeben wird der Verein nach der Verabschiedung des BVWP nicht: “Wir werden uns auch in Zukunft mit allen Mitteln gegen diesen Wahnsinn wehren.” 
2016-bundesverkehrswegeplan-bayern-102
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