Dobrindt wie ein Gutsherr aus dem vergangenen Jahrhundert ?

index

Bundesverkehrswegeplan ist rechtswidrig und klimapolitisch fahrlässig

Berlin: Als einen “Anti-Klimaschutzplan” bezeichnet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030, der heute im Bundeskabinett beschlossen werden soll. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks habe bei der Ressortabstimmung mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Verfehlung sämtlicher Umweltziele nicht verhindert und hätte ihre Zustimmung bis zur grundlegenden Überarbeitung des Plans verweigern müssen, kritisierte der BUND. “Die Öffentlichkeitsbeteiligung durch das Bundesverkehrsministerium war eine Farce”, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Dies führe dazu, dass der BVWP dem Bundestag zahlreiche bedarfsgerechte, kostengünstigere und umweltverträglichere Alternativen vorenthalte. Bei keinem der 1261 Fernstraßenprojekte seien vernünftige Alternativen, obwohl gesetzlich vorgeschrieben, ausreichend “ermittelt, beschrieben und bewertet” worden. “Milliarden sollen in gefälligkeitsdemokratisch über die Republik verteilte, überflüssige Autobahnprojekte und in städtebaulich fragwürdige Ortsumfahrungen fließen. Statt in naturzerstörende Straßenneubauprojekte müssten die Mittel in die Beseitigung der größten Engpässe bei den Bahnknoten investiert werden”, sagte Weiger.

Der Bundesverkehrswegeplan widerspreche auch den EU-Vorgaben und verletze die Beteiligungsrechte der Umweltverbände. “Dobrindts fahrlässige Planung führt zu mehr Treibhausgasen, mehr Flächenverbrauch, mehr Zerschneidung und zu erheblichen Rückschritten beim Schutz unserer Natur, der Landschaft und des Klimas”, sagte Weiger. “Die Treibhausgase im Verkehr könnten um 7 bis 10 Millionen Tonnen pro Jahr reduziert werden, das entspricht etwa fünf Prozent der Verkehrsemissionen. Hierzu bräuchte es die richtigen Entscheidungen in der Verkehrsplanung”, sagte Weiger. Der Verkehr sei der einzige Sektor in Deutschland, in dem die Treibhausgasemissionen zwischen 1990 und 2015 stiegen, im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent.

Nach BUND-Recherchen weisen viele Stellungnahmen und Gutachten zu Straßenbau­projekten, beispielsweise zur A20, A39, A14 und zur B10 Pirmasens-Landau, massive Manipulationen an Projektdefinitionen, -prognosen und -bewertungen auf. Außerdem führen etwa 90 Prozent der über 500 vorgesehenen Ortsumfahrungen nicht zu einer echten Entlastung der Ortsdurchfahrten und einer Verbesserung der Lebensqualität. Der BUND fordert – auch wegen schwerer methodischer Fehler wie der Nicht-Berücksichtigung der Lkw-Maut-Ausweitung ab 2018 auf alle Bundesstraßen – vor der Entscheidung des Bundestages grundlegende Planänderungen und Neuberechnungen solcher Projekte unter Einbeziehung vernünftiger Alternativen.

“Dobrindt hat wie ein Gutsherr aus dem vorigen Jahrhundert geplant, der seinen politischen Günstlingen Gefälligkeiten erweisen will. Schädliche Trends wie die steigende Belastung durch Klimagase und die Überschreitung der Stickoxidgrenzwerte in Städten werden verstärkt, anstatt durch integrierte Verkehrskonzepte oder Verlagerung auf die Schiene gegenzusteuern. Mit einem derart veralteten Verständnis von politischer Beteiligung und Raumplanung gewinnt Minister Dobrindt die altvorderen Straßenbau­lobbyisten für sich. Mit einer vernünftigen Verkehrsplanung, die Weichen zum Nutzen der Allgemeinheit im 21. Jahrhundert stellt, hat dieses Straßenbau-Flickwerk nichts zu tun”, sagte Weiger.

Veröffentlichung auf der Webseite des BUND Naturschutz vom 03.08.2016

Facebookby feather

Sind die Holzkirchner Umfahrungen schon festgezurrt ?

bvwp images

In einem Presseartikel vom 22.09.2016 im Holzkirchner Merkur wird folgendes berichtet:

Sind die geplanten Umfahrungen von Holzkirchen, Großhartpenning und Kurzenberg schon so gut wie fix im künftigen Bundesverkehrswegeplan verankert ? Oder lassen sich die Einstufungen, die den Dringlichkeitsbedarf festlegen, im heute beginnenden parlamentarischen Verfahren noch verändern ?

Die SPD Bundestagsabgeordnete Rita Hagl-Kehl jedenfalls ärgert sich, dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ( CSU ) wenig Zweifel daran lässt, dass seine Vorschläge vom Bundestag abgenickt werden. Es sei schließlich nich der Minister, sondern “das Parlament, das die Fernstraßen – Ausbaugesetze beschließt”, betonte die bayerische Abgeordnete, die auch Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages ist, jetzt in einer Pressemitteilung. Allerdings weiß auch sie: Die Union verfügt im Ausschuss über eine Mehrheit; und in der großen Koalition dürfte seitens der SPD Mitglieder kaum eine geschlossene Opposition gegen die Unions-Linie zu organisieren sein.

Für Irritationen insbesondere bei den Gegnern der Umfahrungspläne, hatte eine Aussage Dobrindts anlässlich des Baubeginns für die Tieferlegung der B318 in Warngau Anfang September gesorgt. Der Minister hatte in Warngau beteuert, dass sich an den Einstufungen der hiesigen Projekte im BVWP nicht mehr ändern würde. Zur Erinnerung: Die Holzkirchner Südspange – eine genaue Trasse ist noch nicht festgelegt – ist als “vordringlicher Bedarf” gelistet, die Westumfahrungen von Kurzenberg und Großhartpenning immerhin noch in der Rubrik “weiterer Bedarf mit Planungsrecht”.

Theoretisch könne es im Zuge der Beratungen im Verkehrsausschuss durchaus noch zu Änderungen kommen, betonte Hagl-Kehl, “etwa wenn sich herausstellt, dass entscheidende Fakten bei der Bewertung eines Projektes unberücksichtigt sind”. Auch wenn es bundesweit um 1000 Einzelprojekte gehe, erwarte sie, dass das Ministerium im Zweifelsfall projektscharf darlegen könne, inwieweit Einwände aus der Öffentlichkeitsbeteiligung bei den Einstufungen berücksichtigt worden seien. “Für besonders umstrittene Projekte wie in Holzkirchen halte ich dies für besonderes geboten”, sagt die SPD Abgeordnete.

Am heutigen Donnerstag stellt Dobrindt den BVWP 2030 Entwurf dem Bundestag erstmals offiziell vor. Die Beratungen ( 1. Lesung ) erfolgen anschließend im Verkehrsausschuss. Die 2. und 3. Lesung findet im Bundestag statt, der den BVWP formal beschließt –  und damit die Planungs – und Finanzierungsgrundlage für die einzelnen Projekte schafft. Auch der CSU Abgeordnete Alexander Radwan geht nicht davon aus, dass eine Herausnahme der Holzkirchner Trassen erfolgt. Abweichungen vom BVWP Entwurf seine nur zu erwarten, wenn es dafür einen Konsens innerhalb der Regierungskoalition gibt. Die Aufnahme in den Plan hält er für dringend gebiten: “Dadurch wird es überhaupt erst möglich, in Planungen einzusteigen.

Facebookby feather

Pressebericht Holzkirchner Stimme vom 21.09.2019 Die Milchtankstelle in Großhartpenning

Vierte Milchtankstelle im Landkreis in Großhartpenning

Die Milch macht’s!

Kühe geben Milch. Das weiß jedes Kind. Was viele nicht wissen: Die unbehandelte Milch direkt vom Bauernhof schmeckt ganz anders, als die Milch aus dem Supermarkt. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, sollte der Milchtankstelle in Großhartpenning einen Besuch abstatten.

Landwirt Max Steinbacher erklärt, wie die Milchtankstelle funktioniert./Quelle: K.Fitz

Landwirt Max Steinbacher erklärt, wie die Milchtankstelle funktioniert./Quelle: K.Fitz

Der Weg zum Stroblhof und zur einzigen Milchtankstelle im Holzkirchner Raum, führt über eine schmale Straße durch Groß- und Kleinhartpenning hindurch. Die Wiesen leuchten in sattem Grün und die Gänse tummeln sich am malerischen Weiher. Ein kleines blaues Schild mit der Aufschrift „Milchtankstelle“ weist Besuchern den Weg. Und da ist sie ja schon.

Untergebracht in einem schmucken Holzhäusl lädt der moderne Milchautomat zum Selberzapfen ein. Der Liter frische Bauernmilch kostet einen Euro. Die Abfüllmenge ist per Knopfdruck steuerbar. „Die Mindestabnahme liegt bei 20 Cent“ , erklärt Max Steinbacher, Hofbesitzer und Schwiegervater von Jungbauer Max Müller.

In der Regel zapfen die Kunden die Milch selbständig. „Manchmal kommt es allerdings vor, dass jemand an der Haustür läutet, weil er einen falschen Knopf gedrückt hat“, erzählt er lächelnd.

Milchtankstelle als Zubrot

Seit rund sechs Wochen ist der Automat am Stroblhof in Betrieb. Über 2000 Liter Milch hat Familie Müller bisher verkauft. Das übertrifft die Erwartungen von Senior Max Steinbacher bei weitem.
„Ich war a bissl skeptisch“, gibt er zu, „weil wir ja nicht so zentral liegen“. Mittlerweile hält er aber die einsame Lage seines Hofes sogar für einen Vorteil.

Wenn die Kunden zu uns fahren, sehen sie gleich, dass unsere Kühe draußen auf der Wiese grasen. Das ist was anderes, als wenn sie das ganze Jahr über im Stall stehen.

Für die Anschaffung der Milchtankstelle mussten die Jungbauern tief in die Tasche greifen. Die Kosten für den Automaten und das Holzhäusl belaufen sich auf über 20.000 Euro.
Deshalb ist die Zapfanlage derzeit auch nicht mehr als ein Zubrot zur konventionellen Milchwirtschaft auf dem Hof – trotz Dumping-Milchpreis.

Selber zapfen leicht gemacht!

Das Prinzip der Milchtankstelle ist denkbar einfach: Nach dem Melken wird die Milch in einen Tank gefüllt und auf vier Grad Celsius abgekühlt. Dieser Tank wird dann in den Milchautomaten gefahren und dort weiterhin bei vier bis sechs Grad kühl gehalten.

Der Kunde muss nur noch Geld in den dafür vorgesehen Schlitz einwerfen, eine Flasche (klassische Milchflaschen können beim Stroblhof auch käuflich erworben werden) unter den Zapfhahn halten und soviel Milch wie gewünscht einfüllen – fertig! Geöffnet ist die Milchtankstelle rund um die Uhr.

Doch warum steht so ein Milchautomat eigentlich nicht im Ortszentrum von Holzkirchen? „Rohmilch darf ich nur auf meinem eigenen Grund verkaufen“, lautet die Antwort von Max Steinbacher.
Der Weg zum Stroblhof lohnt sich allemal – die Milch ist frisch, ohne Zusätze und gut verträglich, versichert der Landwirt: „Bei mir hat sich noch keiner beschwert“.

Facebookby feather

EINLADUNG zur Infoveranstaltung der Wildtierlebensraumberatung

Einladung zur Infoveranstaltung der Wildtierlebensraumberatung am Dienstag, 20.09.2016 beim Neuwirt in Großhartpenning um 19.30 Uhr.

---

 Blühflächen als Ausgleichsmaßnahme für Leitungsbauvorhaben“Lebensräume verbessern – Wildtiere fördern – Mensch und Natur verbinden” lautet das Motto der Wildtierlebensberatung in Bayern.

Gemeinsam mit Landwirten, Jägern, Interessierten Bürgern, Imkern, BN und LBV sollen die Lebensräume der Agrarlandschaft durch lebensraumverbessernede Maßnahmen ökologisch aufgewertet werden. Dies sorgt für bessere Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen, schafft eine strukturreiche Kulturlandschaft und fördert somit auf vielfältige Art und Weise die bayrische Artenvielfalt.

Dominik Fehringer ist seit März 2015 Wildlebensraumberater am Fachzentrum für Agrarökologie am Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen a.d. Ilm. Er ist Ansprechpartner für Landwirte, Jäger und Jagdgenossen in ganz Oberbayern. Seine Aufgabe ist es, Lebensräume für Wildtiere in unserer Agrarlandschaft zu verbessern und zusammen mit den Beteiligten dazu praktikable Lösungen zu finden.

Persönlicher Wille und praxisbezogene Beratung sind wichtig !

Ob Blühflächen am Waldrand oder in der Feldflur, Hecken, Streuobst, Zwischenfruchtanbau oder wertvolle Winterbegrünung in der kargen Jahreszeit – viele Maßnahmen stützen und fördern die Artenvielfalt. Das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm ( KULAP ) ist ein Instrument, um hochwertige Lebensräume für Wildtiere in unserer Agrarlandschaft zu integrieren.

Entscheidend für den Erfolg aller Maßnahmen sind der persönliche Wille aller Beteiligten und eine solide, praxisbezogene Wildlebensraumberatung. Durch gemeinsames Handeln von Landwirten und Jägern lassen sich wertvolle Lebensräume schaffen.

Wir freuen uns auf Euer kommen !

Vorstand Hartpenning muckt auf e.V.

Markus Hoppmann / Max Steinbacher / Karsten Hense / Wolfgang Leonti / Johann Lohmayr

Facebookby feather

von Löwis will alle 3 Umfahrungen ! Holzkirchner Merkur vom 28.07.16

Ohne Basis von Umweltgutachten, vernünftigen Kosten/ Nutzen Berechnungen und ohne eine spürbare Entlastung für Holzkirchen setzt sich Bürgermeister von Löwis für den Bau von 3 Umfahrungen ein. Woher kommt der Sinneswandel ? Bisher wollte er doch erst einmal Fakten sammeln ehe eine Positionierung der Gemeinde vorgenommen wird. Er wird dafür viele “schiefe Blicke” erhalten.

Löwis setzt sich für alle drei Umfahrungen ein

Holzkirchen – Bundesverkehrswegeplan im Blick: Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) setzt sich für alle drei Umfahrungen – Holzkirchen, Hartpenning und Kurzenberg – ein.

Mitte Juli trafen sich Behörden und Kommunalpolitiker aus den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in Wolfratshausen. Dabei wurde über den neuen Bundesverkehrswegeplan diskutiert (wir berichteten). Holzkirchens Bürgermeister Olaf Löwis (CSU) hat für sich ein paar wichtige Informationen mit aus der Runde genommen. Diese teilte er nun in der Gemeinderatssitzung mit. „Es war kein Geheimtreff der CSU“, schickte er voraus.

Für ihn ist ein Punkt entscheidend: „Alle drei Umfahrungen, also für Holzkirchen, Großhartpenning und Kurzenberg besitzen Planungsrecht“, betonte Löwis. „Eine gemeinsame Planung kann sich ergeben.“ Und das, obwohl erstgenannte im „vordringlichen Bedarf“ und die anderen im „weiteren Bedarf mit Planungsrecht“ stehen. „Ich möchte eine Entlastung für alle Bürger“, meinte Löwis. „Ich setze mich für die Realisierung aller drei Umfahrungen ein.“ Auch wenn er von Gegner schief angeschaut werde.

Die Holzkirchner Südspange genieße hohe Priorität. Die Gemeinde müsse zu gegebener Zeit Stellung beziehen. Ganz oben auf der Liste stehe die Tölzer Trasse. „Das Projekt ist seit über zehn Jahren in der Pipeline.“ Selbst hier sei eine Umsetzung frühestens in den nächsten ein, zwei Jahren denkbar. Das zeige, um welche Zeiträume es da gehe. Jede Trasse habe eine Berechtigung. Aber es finde auch eine überregionale Betrachtung statt. „Alle Optionen werden geprüft.“

Facebookby feather

Holzkirchner Merkur vom 27.07.2016 – ein Wunschkonzert ?

 

Bürgergutachten übergeben
Der Herdergarten steht an erster Stelle

Holzkirchen – Ein grüner Herdergarten mit Biergarten, weniger Autos im Ortskern und mehr Platz für Radler und Fußgänger und Möglichkeiten, den Verkehr um Holzkirchen zu leiten. Diese Punkte rangierten ganz oben im Bürgergutachten, das der Gemeinderat jetzt erhielt. Ein Auszug.

Für Gertraud Deller ist die Sache klar: „Ich fände es gut, wenn es einen Biergarten geben würde“, sagt die 82-Jährige und deutet raus. „Am besten hier im Herdergarten.“ Den könne man ohnehin grüner gestalten. Victoria Nandico, 15, setzt andere Prioritäten: „Man bräuchte einen durchgehenden Radweg an der Münchner Straße“, sagt sie.

Mit Hilmar Sturm von der Gesellschaft für Bürgergutachten haben die beiden Holzkirchnerinnen nun Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) im Gemeinderat das Bürgergutachten übergeben. Dieses hatten 43 zufällig ausgewählte Bürger in einem Workshop im April erarbeitet, Deller war die älteste Teilnehmerin, Victoria die jüngste. Das Bürgergutachten ist ein Element des Integrierten Mobilitätskonzepts der Gemeinde. Es besteht zudem aus dem Verkehrsgutachten von Ralf Kaulen und dem Ortsentwicklungskonzept von Manuela Skorka. Vor der Übergabe des 48-seitigen Gutachtens stellte Sturm die Eckdaten vor. In Fünfergruppen hatten die Teilnehmer mithilfe der Experten acht Arbeitseinheiten: Siedlung und Landschaft, Fußverkehr und Grünzüge, Radverkehr, Öffentlicher Verkehr, Kfz-Verkehr, Öffentlicher Raum, Ruhender Verkehr und Ortsteile bearbeitet. Nur wenn eine Gruppe ein Thema als wichtig erachtete, konnten Bürger Punkte auf Bereiche verteilen, die ihnen relevant erschienen.
Herdergarten

„Der Herdergarten kommt deutlich an erster Stelle“, sagte Sturm. Dieser soll nach Ansicht der Bürgergutachter ein grüner Platz werden, mit Biergarten, Bänken und Teich. Parkplätze sollen in einer Tiefgarage verschwinden.
Grünzüge

Generell sind Grünzüge beliebt. Die Rede ist von einem „Grünen Ring“ um Holzkirchen, der alle Grünflächen verbindet. „Dass es sie geben soll, ist eine starke Empfehlung“, heißt es. „Schutzgebiete und Naherholungsgebiete wie der Kogel sollen nicht angetastet werden“, so Sturm.
Fußgänger

Die Achsen vom Marktplatz zu HEP und Bahnhof sollen für Fußgänger sicherer werden. „Das Zentrum ist zentral“, sagte Sturm. Einen breiten Raum nahmen Zebrastreifen, Schulwege und Eisenbahnunterführungen ein. An Ampeln will man mehr Grünzeiten für Fußgänger.
Radfahrer

Auch die Hauptverkehrsachsen für Radler im Ortskern müssen verbessert werden. Vor allem an Münchner, Tegernseer, Rosenheimer, Miesbacher und Roggersdorfer Straße. „Es soll etwas für Alltagsradler entstehen“, sagte Sturm. Ein Radlring ins Gewerbegebiet Nord spielte auch eine Rolle.
Kfz-Verkehr

„Dass der Marktplatz vom Durchgangsverkehr befreit werden soll, brachten manche Teilnehmer ganz am Anfang ein“, so das Gutachten. Grundsätzliches Ziel sei, weniger Autos und mehr öffentlichen sowie Rad- und Fußverkehr zu haben. Beliebt war die Idee einer autofreien Zone und einer Fußgängerzone vom Markt- zum Oskar-von-Miller-Platz, gar durch einen Tunnel. „Der ist zu teuer“, sagte Sturm. Geschwindigkeitsreduzierung stand hoch im Kurs. Eigentlich sollte das Thema Umgehungsstraßen nicht diskutiert werden, sagte Sturm. Weil es nicht in Holzkirchen beschlossen werde könne und lange Realisierungszeiträume berge. „Trotzdem wurde es hoch bepunktet.“ Neben den bekannten Umgehungen war eine Föchinger im Gespräch. Eine weitere Idee, die Löwis gefiel: Den Kreisel am McDonald’s auflösen oder so gestalten, dass die Autos eher auf die Nordumfahrung als durch den Ort fahren.
Öffentlicher Verkehr

Will man Autos vermeiden, muss man Bürger dazu bringen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. „Hier ist die wichtigste Verbesserung ein geänderter Fahrplan“, heißt es im Gutachten. Die BOB sollte bis ein Uhr nachts fahren. Zudem gelte es, Bus- und Zugfahrpläne besser aufeinander abzustimmen. Der Wunsch nach einer Bahnhaltestelle außerhalb Holzkirchens im Gewerbegebiet Nord wurde laut. Den Ortsbus würden Bürger gern gratis nutzen. Einige forderten einen Bus-Shuttle zur Schule. Auch die Idee eines Pendlerparkplatzes am Ortseingang, wo ein Shuttle-Bus Leute abholt, kam auf.
Ruhender Verkehr

Parkplätze schaffen und reduzieren – letzteres vor allem am Marktplatz – hielten sich punktemäßig die Waage. Man könne sie ins Industriegebiet verlagern, forderten Bürger. Auch ein Park-Leitsystem, eine Zentralisierung auf sieben Parkplätze sowie ein Parkhaus am Bahnhof wurden positiv gesehen.
Ortsteile

Obwohl die Ortsteile ihre Eigenheiten behalten sollen, hat es laut Sturm folgenden Tenor gegeben: „Wir brauchen eine Wir-Holzkirchner-Mentalität“.
So geht’s weiter

„Mich hat nicht überrascht, dass das Zentrum im Zentrum steht“, sagt Löwis. Und dass sich was am Herdergarten tun soll, hätten die Experten vorbereitet. Positiv überrascht habe ihn das Engagement der Bürger. „Das war richtig harte Arbeit.“ Kaulen und Skorka weben das Gutachten nun in ihre Expertisen ein. In einer Klausur im Oktober bringe der Gemeinderat eigene Anregungen ein. Ende 2016 wird ihm das fertige Mobilitätskonzept vorgelegt. Dann entscheidet der Gemeinderat über die Umsetzung einzelner Maßnahmen.

Facebookby feather

Holzkirchen will sich um Sicherheit bemühen….. Bericht Holzkirchner Merkur vom 14.07.16

Es ist wie es kommen musste – nach einem schweren Unfall auf der B13 will sich die Gemeinde nun doch mit dem Thema beschäftigen. Es bleibt leider immer die traurige Wahrheit – es muss erst etwas passieren ehe etwas getan wird. Ebenfalls steht ja für Hartpenning vom Straßenbauamt die Aussage:

“Es passieren in Hartpenning einfach zu wenig Unfälle – aus diesem Grunde ist eine Verkehrsinsel an der Piesenkamer Straße nicht notwendig”

Es geht um die Sicherheit unserer Kinder !

Nach schwerem Unfall auf der B13: Holzkirchen will sich für mehr Sicherheit einsetzen

Gefahrenstelle: Die Marktgemeinde will die Situation an den Einmündungen der Diestramszeller Straße (im Vordergrund) und der Zufahrt zur Traglufthalle (im Hintergrund) entschärfen, wo jüngst ein Asylbewerber von einem Auto erfasst wurde.

Nach schwerem Unfall
B13: Gemeinde will sich für mehr Sicherheit einsetzen

Holzkirchen – Was manche befürchteten, ist traurige Realität geworden: Ein junger Asylbewerber ist beim Überqueren der B 13 auf Höhe der Traglufthalle schwer verunglückt.

Bei dem Unfall am 7. Juli wollte der 19-Jährige mit dem Radl an der Einmündung der Zufahrt zur Traglufthalle auf die andere Straßenseite, übersah ein Auto auf der B13 und wurde erfasst. Mit schweren Kopfverletzungen wurde der junge Mann in eine Klinik geflogen.

„Wir sollten schauen, dass wir zusammen mit dem Landratsamt diese Gefahrenstelle schnell entschärfen“, forderte Sebastian Franz (CSU) jetzt im Hauptausschuss. Er selbst war kurz nach dem Unfall zufällig an der Unglücksstelle vorbeigekommen. „Wir haben im Vorfeld viel über das Problem geredet. Jetzt ist halt doch was passiert.“

Franz schlug vor, vor dem brisanten Übergang die Geschwindigkeit auf der B 13 zu begrenzen. „Und man sollte Extra-Schilder aufstellen, die darauf hinweisen, dass dort Menschen die Straße queren.“ Die Hoffnung, dass die Flüchtlinge Feldwege und die Thanner Straße nutzen, um in den Ort zu kommen, habe sich nicht erfüllt.

Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) sagte zu, beim Landratsamt vorzufühlen. Ob sich die Behörde auf eine Beschilderung einlässt, wollte Löwis nicht versprechen. „Laut Plan wird die Traglufthalle im April 2017 schon wieder abgebaut“, wusste der Bürgermeister. Zudem will er nachfragen, ob sich weitere Fahrradkurse für Flüchtlinge organisieren lassen.

Hubert Müller (FW) verwies darauf, dass auch die nahe Einmündung der Dietramszeller Straße (Staatsstraße 2073) eine Gefahr darstelle – insbesondere, wenn dort Linksabbieger auf der B 13 warten müssten. „An dieser Einmündung ist mehr los als man denkt“, bestätigte Löwis.

Facebookby feather

Gemeinde gibt Antwort auf die Verkehrsberuhigung – Holzkirchner Stimme vom 13.07.2016

Gemeinde äußert sich zu Hartpenninger Sofortmaßnahmen

Weniger Verkehr – aber bitte sofort!

Ende Juni reichte der Vorstand von „Hartpenning muckt auf e.V.“ ein 17-seitiges Dokument mit verkehrsberuhigenden Sofortmaßnahmen in der Gemeinde Holzkirchen ein. Das Ziel: Die Maßnahmen sollen bereits bis September umgesetzt werden. Ist der Zeitplan realistisch und das Vorhaben umsetzbar? Das sagt die Gemeinde dazu.

Nun äußert sich die Gemeinde zu den vorgeschlagenen Sofortmaßnahmen von "Hartpenning muckt auf e.V."

Nun äußert sich die Gemeinde zu den vorgeschlagenen Sofortmaßnahmen von „Hartpenning muckt auf e.V.“

Bis zum Beginn des kommenden Schuljahres, so der ehrgeizige Plan der Hartpenninger, sollten mehrere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung innerhalb des Ortes umgesetzt sein. Wie Karsten Hense, Vorstand von“ Hartpenning muckt auf e.V.“ in einer Pressemitteilung Ende Juni erklärte, sollten schon die diesjährigen Erstklässler ein wenig sicherer zum Schulbus kommen.

Nach der Meinung der Initiatoren braucht es hierfür unter anderem Verkehrsinseln, Querungshilfen, Baumtore und Schwellen aus Pflastersteinen, die künftig deutlicher signalisieren, dass der Fuß nun vom Gas gehört. Für Bürgermeister Olaf von Löwis ist das nichts Neues:

Wir hatten diese Veränderungen schon lange auf dem Plan. Die Vorschläge der Hartpenninger sind gut durchdacht und von hoher Qualität, dennoch muss man sehen wie sich die vorgeschlagenen Maßnahmen in das Gesamtkonzept einfügen. Es gehört ja nicht nur Großhartpenning zu dem Mobilitätskonzept.

Nicht umsonst würde es „Gesamt-Mobilitätskonzept“ heißen, so von Löwis. Es gebe noch viele andere verkehrsbelastete Stellen in Holzkirchen. „Die Hartpenninger sind halt besonders engagiert, wofür ich auch ein großes Kompliment aussprechen muss, sich ehrenamtlich in der Freizeit mit diesen Dingen zu beschäftigen“.

Hartpenning will höher priorisiert werden

Bei dem Informationsabend zur Mobilitätsentwicklung in Großhartpenning Ende Mai, waren die Hartpenninger laut Bürgermeister auch damit einverstanden, die anfallenden Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung als ganzheitliches Konzept anzusehen, das auch andere Ortsteile beinhaltet. Stücke der vorgeschlagenen Maßnahmen der Hartpenninger seien – unabhängig davon – schon bei diesem Treffen Teil des Konzeptes von Verkehrsplaner Dr. Ralf Kaulen gewesen.

Trotzdem heißt es von der Bürgerinitiative: „Wir sehen hier ebenfalls wie Herr Robert Wiechmann nicht die Priviligierung Großhartpennings – sondern die Priorisierung, schließlich ist Großhartpenning der einzige Ortsteil Holzkirchens mit einer durchgehenden Bundesstraße und einer Verkehrsbelastung von durchschnittlich 12.000 Fahrzeugen pro Tag.“

Die eingereichten Sofortmaßnahmen wurden von der Gemeinde an die Straßenplaner weitergeleitet. Nächste Woche geht es dann zusammen mit dem Verkehrsplaner Dr. Ralf Kaulen und dem Büro Skorka sowie dem Bürgergutachten in die Erstellung des Gesamtkonzeptes. Zu dem ehrgeizigen Ziel der Hartpenninger, die Sofortmaßnahmen bis September umzusetzen, hat von Löwis eine ganz klare Meinung:

Das ist natürlich nicht realistisch. Ich sehe das eher als psychologisches Ziel, die Maßnahmen so schnell wie möglich umzusetzen. Aber das brauchen die Hartpenninger uns nicht zu sagen, den Wunsch haben wir selbst auch.

Bis September wäre das Gesamtkonzept zudem noch nicht einmal fertig, so der Bürgermeister. Nach der Erstellung folgen Besprechungen und Abstimmungen im Gemeinderat, danach könne man sich an die Umsetzung machen. Aber auch hier seien erst noch offene Fragen, wie zum Beispiel Dringlichkeit und Kosten zu klären. „Es gibt also noch sehr viel Arbeit“, fasst von Löwis zusammen.

Facebookby feather

Sofortmaßnahmen zur Verkehrsberuhigung

Wir haben die von Verkehrsexperte Dr. Ralf Kaulen eingebrachten Sofortmaßnahmen zur Verkehrsberuhigung ausgearbeitet und in einem Dokument zusammengefasst. Dieses Dokument wurde an Bürgermeister Olaf von Löwis, Dr. Ralf Kaulen und Peter Schiffmann vom Landratsamt Miesbach übergeben. Hierbei handelt es sich um wirkliche Sofortmaßnahmen, welche problemlos umzusetzen sind.

Sobald wir einen detaillierten Zeitplan haben werden wir darüber informieren.

Download (PDF, 3.59MB)

Facebookby feather