Den Verkehr einbremsen – und zwar jetzt

Holzkirchen – Weniger Autos, weniger Lärm, mehr Lebensqualität: Seit Jahren kämpfen Holzkirchner und Großhartpenninger um spürbare Verkehrsentlastung. Das große Thema ist eine mögliche Südspange. Dabei gibt es auch andere, weniger spektakuläre Maßnahmen, um die Orte zu beruhigen. Der Gemeinderat will diesen Schatz jetzt heben.

Viele Bürger protestieren gegen eine Umfahrung von Hartpenning und gegen eine Südspange für Holzkirchen (das Bild entstand Ende März bei der großen Autoschlangen-Aktion von „Hartpenning muckt auf“). Ihren Protest, aber auch ihre Ideen können sie jetzt in einen neuen Arbeitskreis der Gemeinde einbringen. Foto: Archiv tp

Viele Bürger protestieren gegen eine Umfahrung von Hartpenning und gegen eine Südspange für Holzkirchen (das Bild entstand Ende März bei der großen Autoschlangen-Aktion von „Hartpenning muckt auf“). Ihren Protest, aber auch ihre Ideen können sie jetzt in einen neuen Arbeitskreis der Gemeinde einbringen. Foto: Archiv tp

Von den Grünen gibt es einen Antrag, der im Rathaus unergründliche Warteschleifen ziehen musste, und aktuell auch von der SPD. Beiden Fraktionen geht es im Kern darum, jenseits aller Südspangen-Diskussionen nach Lösungen zu suchen, die möglichst schnell die Verkehrsbelastung lindern. Die Initiative „Hartpenning muckt auf“ legte dazu bereits einen Maßnahmenliste vor.

Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) will diese Bälle aufnehmen und schlug dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung eine Art „Task Force“ Verkehr vor. „Die Leute wollen nicht mehr warten, es muss jetzt etwas passieren.“ Der Arbeitskreis (AK) soll unbürokratisch tagen, Ideen sammeln und deren schnelle Umsetzung lancieren. Ziel solle eine „Gesamtschau“ über die Gemeinde sein, so formulierte es die SPD in ihrem Antrag, „denn verkehrsberuhigende Maßnahmen betreffen die gesamte B 13“.

Jede Fraktion schickt einen Vertreter an diesen „Runden Tisch“, dazu wünscht sich Löwis Fachpersonal aus dem Rathaus: Hans Kellner (Technisches Bauamt), Geschäftsleiter Robert Haunschild und Ewgenia Boger, die sich um Bürgerbeteiligung kümmern soll. Sinnvoll sind laut Löwis außerdem ein Ortsplaner, ein Bahnexperte, der Holzkirchner Rad- und Fußgängerbeauftragte Hartmut Romanski und ein Fachmann für ruhenden Verkehr.

Dieser „Runde Tisch“ sei aufgefordert, sich Ideen aus der Bürgerschaft und anderen Fachleuten zu holen, auch von den bereits aktiven Initiativen in Holzkirchen und Hartpenning. Zuletzt habe sich im Rathaus auch eine Gruppe Frauen aus der Tegernseer Straße vorgestellt, die sich für eine Südspange stark machen wollen. „Alle können sich einbringen“, wünscht sich Löwis.

Der Gemeinderat unterstützt diese Initiative einstimmig. Hans Putzer (SPD) schlug vor, gleich zu Beginn die konkrete Vorschläge von „Hartpenning muckt auf“ abzuarbeiten. Marcus Ernst (FWG) wandte ein, dass es ja mit dem Verkehrsausschuss bereits ein geeignetes Gremium gebe. Der Ausschuss sei auch gefordert, sagte Löwis. „Dieser Arbeitskreis soll Ideen liefern, nicht entscheiden.“

Wichtig sei, alle Bürger mitzunehmen, betonte Irmi Ammer (SPD). „Und bitte legen wir damit noch im August los“, wünschte sich Josef Sappl (CSU). Der Bürgermeister ist dazu entschlossen: „Wir müssen jetzt in die Gänge kommen.“ Für Ulrike Küster (Grüne) ist die Bildung des AK „ein historischer Moment“. Genau das habe man sich immer gewünscht. „Ich freue mich, dass sich in Sachen Verkehr innerorts jetzt was tut“, sagte Grünen-Sprecher Robert Wiechmann. Man müsse dann das Thema „hoffentlich nicht mehr in einen Wahlkampf tragen“.

Skeptisch bleibt Hubert Müller (FWG). Seit Ewigkeiten mahne er eine Querungshilfe an der Einmündung der Piesenkamer Straße in Großhartpenning an, seiner Meinung nach „ein Unfallschwerpunkt erster Klasse“. Jeder sage, das sei wichtig, „aber passieren tut gar nichts und ich prophezeie: Da wird sich wieder nichts tun.“

Von Andreas Höger

Presseartikel Holzkirchner Merkur
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