Sofortmaßnahmen für Hartpenning – Presseartikel vom 01.02.2017 Holzkirchner Merkur

Herr von Löwis wir nehmen Sie beim Wort: “Heuer sollen Sofortmaßnahmen starten. Für Löwis gehört dazu die Verkehrsberuhigung an Münchner Straße sowie in Großhartpenning.”

 

Der Knotenpunkt Münchner- Tölzer Straße ist stark belastet. 

ORTS-UND MOBILIÄTSKONZEPT VORGESTELLT

Weichenstellung für die Zukunft Holzkirchens

 

Das Orts- und Mobilitätskonzept wurde jetzt im Gemeinderat vorgestellt. Es dient der Gemeinde künftig als Leitfaden bei Planungen. Doch jetzt geht die Arbeit erst so richtig los.

Holzkirchen – Für die Gemeinde ist es ein wichtiger Moment, eine Weichenstellung für die Zukunft. Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) macht ein andächtiges Gesicht: „Nach zwei Jahren intensiver und engagierter Arbeit sind die beiden Konzepte fertig gestellt.“ Und: „Es liest sich gar nicht so schlecht“, scherzt er. Ziel sei, die Verkehrs-Belastung in Holzkirchen zu minimieren, und für kommende Generationen den Ort zu gestalten.

 

Ortsentwicklerin Manuela Skorka und Verkehrsplaner Ralf Kaulen übergaben nun in der Gemeinderatssitzung ihre Konzepte. Der jetzige Beschluss – der einstimmig ausfiel – gebe eine grobe Zielrichtung vor, als Leitfaden für künftige Entwicklungen, erklärte Löwis. „Einzelmaßnahmen werden heute nicht beschlossen.“ Auszugsweise stellten die Fachleute ihrer Expertisen vor.

Wohnraum für alle

Skorka griff einige Themen heraus, unter anderem den Wohnraum. Über 70 Prozent der Wohngebäude in Holzkirchen seien Einfamilienhäuser. Durch eine veränderte Bevölkerungsstruktur – mehr Ältere – würden zunehmend kleinere, barrierefreie Wohnungen gebraucht. „Hier besteht Anpassungsbedarf.“ Die Gemeinde könne mit kommunalem Wohnungsbau gegensteuern oder auf Privateigentümer zugehen, damit Baulücken gefüllt, Häuser zur mehreren Einheiten umgebaut werden.

Mobilität

Ziel ist nach Ansicht der Experten eine veränderte Mobilität. Die Leute sollen verstärkt aufs Auto verzichten und andere Verkehrsmittel nutzen. Bislang ist die Belastung durch Kfz-Verkehr in Holzkirchen hoch – an den Hauptachsen sind es laut Kaulen im Schnitt über 10 000 Fahrzeuge pro Tag. Besonders der Knotenpunkt Münchner-/Tölzer Straße sei belastet. Da 80 Prozent hausgemachter Verkehr sei, könne eine Reduzierung gelingen. Einen Umweltverbund aus Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehr wie Bus und Bahn möchte Kaulen fördern, attraktive Strukturen seien zu schaffen. „Es macht bislang nur bedingt Spaß, in Holzkirchen zu Fuß zu gehen.“ Auch auf manche Parkplätze könne man verzichten. Der Verkehr müsse gemeindefreundlich geführt werden, es gelte andere Akteure zu beteiligen, weil die Gemeinde nicht für alle Bereiche zuständig ist. Das spielt bei einem Projekt eine Rolle, das für Löwis der Schlüssel für viele andere ist: Die Ortsdurchfahrt (Münchner Straße) soll zur Gemeindestraße abgestuft werden. Zum Tausch soll die Nordspange zur Staatsstraße werden. Damit verspricht sich die Gemeinde mehr Handlungsspielraum für Verkehrsberuhigung (wir berichteten).

Eine Verkehrsberuhigung dient Skorka zufolge dazu, die Aufenthaltsqualität etwa an Marktplatz und Herdergarten zu verbessern, oder die historischen Straßenzüge aufzuwerten. Ein gestärkter Einzelhandel oder ein attraktiveres Marktwesen – zum Beispiel durch Überdachungen – könnten den Ort beleben. Auch der Bahnhof ist zentral, nicht nur, um das Verkehrsproblem in den Griff zu bekommen. Skorka nannte ihn „wenig einladend“. Die Bahn plant bekanntlich eine Umgestaltung des Areals. Mit Kino, Club oder Hotel könne man das Areal aufhübschen.

Freiräume

Im Haupotort Holzkirchen gibt es laut Skorka wenig frei nutzbare Grünflächen. Von hoher Qualität sei dafür die freie Landschaft in der Umgebung. Diese Bereiche gelte es besser zu verzahnen.

Sport

„Es ist ein vielfältiges Sport-Angebot vorhanden“, sagte Skorka. Zur Erweiterung der Sportstätten fokussiere man statt eines zentralen Sportzentrums eine Clusterbildung. Mögliche Standorte sind laut Löwis das Moarhölzl und der nördliche Ortsrand, wo es keine Immissionskonflikte mit Anwohnern gibt.

Umsetzung

Die Experten haben alles erledigt, jetzt ist die Gemeinde dran. „Die Arbeit geht jetzt erst richtig los“, sagte Löwis. Die Verwaltung soll nun aus den Anhaltspunkten einen Maßnahmenplan erarbeiten – samt Prioritätenliste sowie Finanz- sowie Zeitplan. Bei einem Infoabend am 29. März im Oberbräu-Festsaal erfahren Bürger Einzelheiten. Über einzelne Maßnahmen, die Skorka und Kaulen vorschlagen, entscheidet der Gemeinderat nach und nach. Heuer sollen Sofortmaßnahmen starten. Für Löwis gehört dazu die Verkehrsberuhigung an Münchner Straße sowie in Großhartpenning. Auch der empfohlene Durchstich vom Gewerbegebiet-Ost zur Rosenheimerstraße gefällt ihm. Priorität haben für ihn die Umgestaltung des Bahnhofs, die Entwicklung der Sportstätten sowie der Wohnraum. Die Fraktionssprecher äußerten sich positiv zum Konzept. „Für mich ist das ein Schritt in eine richtige Richtung“, meinte Elisabeth Dasch (SPD). Man habe im Gespräch mit anderen Akteuren nun Argumente an der Hand, fand Christoph Schmid (CSU). Das Ergebnis könne sich sehen lassen“, meinte Robert Wiechmann (Grüne). Birgit Eibl war gespannt, was im Detail drin stehe. Das Werk begleite die Gemeinde bei allen Planungen, sagte Löwis zum Schluss.

Die Expertisen

sollen in Kürze auf der Gemeindehomepage stehen unter: www.holzkirchen.de

Facebookby feather

Der Wahnsinn geht weiter – Pressebericht Tölzer Kurier vom 27.01.2017

 
Wenn alle Szenarien so kommen dann wird in Hartpenning von 2 Umfahrungen künftig der Verkehr noch schneller und leichter zugeführt. Das bedeutet noch mehr Verkehr und vermutlich viel mehr Stau durch Hartpenning. Wir werden von Umgehungsstraßen und schnelleren Verbindungen eingekesselt und im Ort wird nichts unternommen. 
 
Zukunftsvision: So könnte die Tölzer Nordspange einmal aus der Vogelperspektive aussehen. Das Bild zeigt den geplanten Kreisverkehr an der Kreuzung zur B13 nahe der Firma Sitec.

STAATLICHES BAUAMT PLANT UM

Nordspange: Veränderung und Verzögerung

 

Das Staatliche Bauamt passt seine Planungen für die Tölzer Nordspange an. Die Gemeinde Gaißach hat sich mit ihrem Wunsch nach einer Einfädelspur durchgesetzt. Ein Baubeginn für die Umgehungsstraße wäre 2019 denkbar – theoretisch.

Bad Tölz/Gaißach/Greiling– Das Staatliche Bauamt geht noch mal ran an die Pläne für die Tölzer Nordspange. Die Weilheimer Behörde bessert in einigen Details nach und geht damit unter anderem auf Wünsche der Stadt Bad Tölz und der Gemeinde Gaißach ein. Das bedeutet aber auch, dass es etwas länger dauert, bis gebaut werden kann.

 

Christine Volkmer, Abteilungsleiterin im Staatlichen Bauamt, geht davon aus, dass bestenfalls Ende 2017, eher Anfang 2018, die Baugenehmigung vorliegen könnte. „Frühestens 2019 könnte dann gebaut werden“, sagt Volkmer – „aber nur, wenn alles superschnell geht und niemand klagt“.

„Aktuell sind wir dabei, Tekturunterlagen zu erstellen“, erklärt Volkmer auf die Frage nach dem Sachstand. Tektur, das bedeutet, dass die Baubehörde noch einmal Planungen einreichen wird, die sich gegenüber dem Erörterungstermin im Oktober verändert haben. Durchgesetzt hat sich die Gemeinde Gaißach mit ihrer Forderung, was die Anbindung der Dorfstraße an die künftige Umgehungsstraße angeht. Wie berichtet, war um diesen Punkt im Herbst ein Konflikt entbrannt. Die Gaißacher sprachen sich vehement dafür aus, dass es für Autofahrer, die von der Ortsverbindungsstraße nach rechts auf die B 472 abbiegen (das Linksabbiegen wird verboten sein), eine Einfädelspur gibt. „Wir hatten eine andere Lösung favorisiert“, sagt Volkmer. Die Behörde argumentierte, die gewünschte Einfädelspur werde zu kurz – wegen des nahen Kreisverkehrs am Maxlweiher fehle der Platz.

 

Die Wende brachte offenbar ein Treffen zwischen der Gemeinde und dem Staatlichen Bauamt, das der Heilbrunner Landtagsabgeordnete Martin Bachhuber (CSU) vermittelt habe, wie sein Parteikollege, der Gaißacher Bürgermeister Stefan Fadinger, berichtet. „Ich bin froh, dass wir uns einigen konnten, denn es soll ja die Lösung gefunden werden, die für alle am besten ist“, so Fadinger.

Diese Einigung sieht nun einen „Verflechtungsstreifen“ vor. Das bedeutet, dass es an der Stelle zwei Spuren nebeneinander gibt: Fahrer, die von Gaißach kommend nach rechts auf die Umgehung abbiegen, müssen hier auf die linke Spur wechseln, wenn sie auf der B 472 weiter in Richtung Greiling fahren wollen. Diejenigen, die von Bad Tölz kommend die B 472 in Richtung des Kreisels verlassen wollen, der zur Sachsenkamer Straße führt, müssen nach rechts wechseln.

„Auch das ist eine Lösung. Was man bevorzugt, ist Ansichtssache“, kommentiert Volkmer – nicht ganz ohne Vorbehalt. „Die Autofahrer müssen sich an dieser Stelle stärker konzentrieren“, sagt sie. „Wenn wir feststellen, dass es eine Unfallauffälligkeit gibt, können wir die zusätzliche Spur rückbauen.“

Ein weiterer Punkt der Umplanung: Die Allgaustraße soll auf Wunsch der Stadt nicht wie vorgesehen zum „Feld- und Waldweg“ herabgestuft werden. Im Gegenteil soll sie nun zur sechs Meter breiten Gemeindeverbindungsstraße ausgebaut werden. „Dazu brauchen wir dann auch mehr Grunderwerb“, so Volkmer. Nicht zuletzt ändert das Bauamt seine Planungen für die Verlegung von Erdgasleitungen.

Wie geht es jetzt weiter? Laut Volkmer wird es noch etwa bis Mitte des Jahres dauern, bis das Staatliche Bauamt die veränderte Planung bei der Genehmigungsbehörde, der Regierung von Oberbayern, einreichen kann. Denn zuvor müssen auch die beauftragten Büros die Planungen für Landschaftspflege und Naturschutz sowie für den Schallschutz anpassen. Die Regierung von Oberbayern habe dann die Möglichkeit, die neuen Pläne entweder auszulegen oder sogar einen weiteren Erörterungstermin anzusetzen. In jedem Fall werden noch einmal Stellungnahmen von beiden Seiten ausgetauscht.

Liegt die Baugenehmigung am Ende vor, wird nach Volkmers Einschätzung ein Jahr vergehen, bis die noch detailliertere Ausführungsplanung fertig ist und die Bagger tatsächlich anrücken können. Klagen gegen die Baugenehmigung könnten diesen Tag freilich auf unbestimmte Zeit verzögern.

Eine Vorstellung, wie die Tölzer Nordspange einmal aussehen soll, vermittelt eine Videoanimation des Staatlichen Bauamts.

Facebookby feather

Waakirchen bewegt sich – was macht Holzkirchen ?

Pro Tunnel: Waakirchner unterschreiben

Tunnel statt Umgehungsstraße – so lautete der Wunsch von Bürgerbewegung und Waakirchner Gemeinderat. Um den politischen Druck zu erhöhen, holt man die Bürger mit ins Boot. Eine Unterschriftenaktion mit bislang überraschendem Ergebnis.

Pro Tunnel per Unterschriftenaktion: „Bürgerbewegung Entlastung der B472“ sammelt über 1.000 Unterschriften in Waakirchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie berichtet, stellte die Bürgerbewegung Entlastung B472 unter dem Vorsitz von Lars Hülsmann im Waakirchner Gemeinderat einen Antrag auf Prüfung eines Ost-West-Tunnels. Einstimmig sprach sich der Gemeinderat am 10. Januar für diesen Antrag aus – trotz der zu erwartenden Kosten für einen Tunnel in Höhe von 70 Millionen Euro.

Um den politischen Druck zu verstärken hatte Gemeinderätin Gisela Hölscher in derselben Sitzung eine Unterschriftenaktion angekündigt. Bereits eine Woche später sei „die Nachfrage enorm gewesen“, berichtet sie. Sie selbst hatte die vom Bund präferierte Südumgehung in der letzten Gemeinderatssitzung als „Murks“ bezeichnet.

Über 1.000 Unterschriften gegen „Murks-Umgehung“

Seit vergangenen Samstag liegen nun in den Waakirchner Geschäften, Restaurants sowie im Rathaus insgesamt 2.500 Flugzettel aus, die von der Bürgerbewegung zusammen mit Gisela Hölscher verteilt wurden. Wie Lars Hülsmann berichtet, habe man seit Samstag 1.000 Unterschriften gesammelt. Dies sei eine hervorragende Resonanz, schwärmt er. Die nächste Tage wolle man noch in Teilen von Schaftlach aktiv werden.

Die Rückmeldungen würden beweisen, dass der Bau einer unterirdischen Lösung als Alternative zur ungeliebten Umfahrung auch von vielen Bürgern in Waakirchen bevorzugt werde. Wie berichtet, sieht die Bürgerbewegung in einem Tunnel die einzige Möglichkeit einer Verkehrsentlastung, ohne die Natur zu schädigen. Weitere Aktionen sollen folgen.

Facebookby feather

Pressebericht Holzkirchner Merkur vom 04.01.2017

Wege des geringsten Widerstands

Straßenbauamt will Ende 2017 konkrete Trassenvorschläge für die Holzkirchner Umfahrungen vorlegen

Für die im neuen Bundesverkehrswegeplan verankerten Umfahrungen von Holzkirchen (Südspange), Großhartpenning und Kurzenberg hat die Feinplanung begonnen. Das Straßenbauamt Rosenheim will in den nächsten Monaten alle denkbaren Trassen prüfen und durchrechnen. Wie Bürgermeister Olaf von Löwis jetzt im Gemeinderat mitteilte, sollen die konkreten Trassenvorschläge Ende 2017 oder Anfang 2018 vorliegen. Erst auf der Basis dieser konkreten Pläne will die Gemeinde diskutieren, wie sie sich zu den Vorschlägen positioniert. “Der Ball liegt beim Straßenbauamt”, sagt Rathaus Geschäftsleiter Robert Haunschild auf Anfrage. Was die ortsnahe Südspange anbelangt, können die Planungen auf Vorarbeiten zurückgreifen. Für welche Teile des Gebiets, das für einen Straßenkorridor in Frage kommt, gibt es bereits eine Umweltverträglichkeitsstudie samt Raumwiderstandskarte.

Höchster Wiederstand etwa wird bedingt von Wohnbebauung, in abgestufter Wertigkeit folgt Naturschutz. Zwei “konfliktarme” Korridore wurden bereits identifiziert – jedenfalls konfliktärmer als die seit 2009 geplante Trasse, die 2013 aus Naturschutzgründen von der Regierung von Oberbayern endgültig verworfen worden war. Just die Tatsache, dass es die ortsnahen Alternativen gibt, bedeutet damals das Aus für die ortsferne Variante. Dass sich das Straßenbauamt erneut auf eine ortsferne Trasse südlich von Kurzenberg einlässt wie jüngst von den Freien Wählern vorgeschlagen, gilt als unwahrscheinlich. 

Die Südspange genießt bei den Straßenplanern höchste Priorität, sie ist im neuen BVWP als “vordringlicher Bedarf” eingestuft. Obwohl die Umfahrungen für Großhartpenning und Kurzenberg nur im “weiteren Bedarf” mit Planungsrecht gelistet sind, will das Straßenbauamt auch hier im laufenden Jahr Voruntersuchungen anstellen. Unter anderem sind naturschutzfachliche Gutachten nötig, um den “Raumwiderstand” planungssicher zu erfassen. Die Planer gehen bisher davon aus, dass nur eine Umfahrung im Westen in Frage kommt; die Trasse würde zwischen Groß- und Kleinhartpenning liegen. Gegen diese Pläne, ebenso wie gegen die Holzkirchner Südspange, haben sich Bürgerinitiativen formiert; andererseits kämpft ein mitgliederstarker Verein seit Jahren für eine Umfahrung, um den Durchgangsverkehr aus dem Ort zu bringen. Die Gemeinde hat sich noch zu keiner offiziellen Stellungnahme durchgerungen. Man sei gefordert, wenn konkrete Trassen auf dem Tisch liegen, sagt der Bürgermeister. Zwar kann die Gemeinde keinen unmittelbaren Einfluss auf die Planung nehmen, da es sich um ein Vorhaben des Bundes handelt. “Man hat mir aber bestätigt, dass dem Votum der Gemeinde erhebliche Bedeutung beigemessen wird”, betonte Löwis im Gemeinderat. 

Bericht aus der Tegernseer Zeitung / Andreas Höger vom 04.01.2017

Facebookby feather

Bericht in der Holzkirchnerstimme vom 04.01.2017

Eine Leserstimme von Andreas Gruhle

Lieber Mautflüchtling …

Pünktlich zum Bettenwechsel in den Skigebieten rollt die Blechlawine durch das Alpenvorland. Inklusive etlicher Urlauber, die der Maut in Österreich aus dem Weg gehen wollen. Eine Spurensuche.

Zum Mautsparen rechts entlang …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Leserstimme von Andreas Gruhle von Gipfelfieber.com:

Lieber Mautflüchtling,

am Wochenende brichst du nun wieder über die deutsch-österreichischen Grenzregionen herein und ich frage mich immer, warum du das dir und den Anwohnern eigentlich antust. Vorab: Vielleicht mag es in Zeiten von Pegida, Bagida, Legida, Hogida und Frigida (gibt’s wirklich!) nicht ganz richtig sein, in einem eher lächerlichen Ton über Flüchtlinge herzuziehen, aber wie die besagten Gruppen scheinst auch du gerne vor dem Offensichtlichen die Augen verschließen zu wollen. Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, um dich verstehen zu können.

Jahr für Jahr brichst du in Bälde bei dir zu Hause auf, um pünktlich und mit Sack und Pack bepackt die österreichischen Skiregionen heimzusuchen. Die Schweiz ist dir ja schließlich zu teuer. Aber schlau wie du bist, fährst du natürlich nicht über die Inntal-Autobahn, um in Tirol einzufallen, sondern tuckelst wie Tausende andere gemütlich über Tegernsee und Achensee, quetschst dich durch Mittenwald oder quälst dich und deine quengelnde Bagage hinter einem LKW oder einem Reisebus über den Fernpass.

Irgendwo muss man ja sparen

Klar, so ein Skiurlaub ist teuer. Grob geschätzt haut eine vierköpfige Familie in einer Woche mit Hotel, Skipass und Skischule locker 2.000 Euro auf den Putz. Wenn es denn reicht. Irgendwo muss sich da ja Sparpotential finden lassen. Mit dem Liftbetreiber über einen Rabatt diskutieren – du seist ja schließlich eine ganze Woche da? Aussichtslos! Mit dem Inhaber der Skischule verhandeln wollen – es gäbe ja genügend andere Skischulen, wo du hingehen könntest, wenn du nicht eine Vergünstigung bekommst? Viel Glück dabei!

Da bietet sich diese blöde Vignette – das Pickerl – natürlich an. Kann ich verstehen, dass du da hellhörig wirst. Warum sollst du für die Fahrt ins Skigebiet 8,70 Euro bezahlen, wenn du es auch kostenlos haben kannst? Nur hierzulande sollen die anderen möglichst bald zahlen, wir sind ja ein Transitland. Und die Zeitersparnis gibt es ja nun auch fast nicht mehr, seitdem auf der Inntal-Autobahn nur noch mit maximal 100 km/h gefahren werden darf. Dann lieber zeigen, wofür man sich einen SUV gekauft hat und über den Pass fahren.

Die Landschaft ist doch so schön

Du entgegnest mir jetzt natürlich, dass dich bei deinem 2.000-Euro-Urlaub in deinem 60.000-Euro-Auto die 8,70 Euro nicht weiter interessieren. Du flüchtest ja auch gar nicht vor der Maut, du fährst mit voller Absicht über den Tegernsee, weil es da ja so schön ist, wenn man zum Fenster rausschaut. Zugegeben, der gemeine Münchner sieht das genauso, weswegen er sich beim kleinsten Sonnenstrahl am Samstag und Sonntag auf den Weg zum Tegernsee macht, um pro Richtung geschlagene zwei Stunden im Auto zu sitzen.

Der bleibt dann aber wenigstens auch dort und schaut nicht nur zum Fenster (höchstens dem vom Bräustüberl) raus. Du dagegen sitzt im Auto, erfreust dich des Sees wie er da so malerisch eingebettet zwischen den Bergen liegt, während deine Frau neben dir schläft und deine Kinder auf dem iPad Disney-Filme schauen, um sie auch ja bis zur Ankunft still zu halten.

Eine Frage drängt sich mir aber auf: Wenn du es da so schön findest, warum bist du noch nicht auf die Idee gekommen, dort auch deinen Urlaub zu verbringen? Zu viel Durchgangsverkehr vielleicht? Oder ist dir das Skigebiet zu klein? Unter 100 Pistenkilometern kommt das nicht in Frage, weil du ja eine Woche lang Abwechslung brauchst, am Ende aber trotzdem immer wieder die gleiche Piste fährst, weil die schließlich den ganzen Tag Sonne hat?

Ein Haus im Grünen

Jetzt stell dir doch aber mal Folgendes vor: Du wohnst in einem schönen beschaulichen Ort mitten im Grünen. Leider hat der Ort bis auf einen Bratwurststand nicht sonderlich viel zu bieten, während der Nachbarort den größten und schönsten Badesee überhaupt hat und so die Straße direkt bei dir vor dem Haus regelmäßig am Wochenende so verstopft ist, dass du dich nicht mal mehr traust, im Bademantel am Gartentor die Zeitung zu holen. Fändest du das toll?

Du möchtest das vielleicht nicht glauben, aber um solcher Heerscharen Herr zu werden, wurden unter anderem auch die Autobahnen gebaut. Die sollen eben verhindern, dass du dich mit den anderen Mautflüchtlingen durch die Gemeinden schiebst – quasi mitten in der Natur tonnenweise CO2 rausballerst – und dafür sorgen, dass du am Ende schneller an dein Ziel kommst. Und eins sei dir versichert: Wenn sich einer dieser ebenfalls mautsparenden LKWs mal wieder um die x-te Spitzkehre schlängelt und du dahinter mit 10 km/h hertrottest, wirst du dir die 100 km/h auf der Autobahn herbeisehnen.

Und die Moral von der Geschicht’

… die Maut, die zahlst du trotzdem nicht. Aber vielleicht, lieber Mautflüchtling, denkst du jetzt doch mal darüber nach, wie sinnvoll es wirklich ist, den 8,70 Euro zu entgehen. Verschwende ein paar Gedanken an die Anwohner, an die Natur und an dein Nervenkostüm. Sie alle danken es dir.

*Ach ja: Bitte alles nicht so ernst nehmen. Den Kern aber schon.

Facebookby feather

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch !

Liebe Mitglieder und Aufmucker,

ein turbulentes Jahr neigt sich dem Ende zu. Wir haben in diesem Jahr wieder einmal einiges erreicht. Das Hauptziel, die Verkehrsberuhigung für Großhartpenning trotz vieler Versprechungen durch den Bürgermeister Olaf von Loewis leider noch nicht. 

Wir wünschen Euch ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest im Kreise Eurer Familien. 

Auf ein erfolgreiches und gesundes 2017!

Euer Vorstand von Hartpenning muckt auf e.V.

Markus Hoppmann / Max Steinbacher / Karsten Hense / Wolfgang Leonti / Johann Lohmayr

Facebookby feather

Gleiches Schema – Herr Rehm ? Vergleich Kraglinger Spange und Holzkirchen.

 

Pressemeldung im Holzkirchner Merkur:

Ende 2017, Anfang 2018 lege die Behörde der Gemeinde mehrere Trassen vor. „Da sind wir dann gefordert – in welcher Form auch immer“, sagte Löwis. „Man hat mir bestätigt, dass dem Votum der Gemeinde erhebliche Bedeutung beigemessen wird.“ Bis Anfang 2017 könnten Bürger Trassen beim Straßenbauamt einreichen.

Hartpenning muckt auf schielt und verweist dabei auf die aktuellen Entwicklungen und Gegebenheiten in Stephanskirchen. Hier wird trotz einer Ablehnung des Gemeinderates die Umgehung ( sogenannten Kraglinger Spange) trotzdem gebaut. Herr Rehm ( Straßenbauamt Rosenheim ) teilt dabei in einem Fernsehinterview mit das es es eigentlich egal ist was ein Gemeinderat entscheidet. Wenn der Bund eine Straße bauen will, dann tut der Bund das auch.

Auszug aus einer Pressemeldung zum Thema Kraglinger Spange:

Dass das Staatliche Bauamt Rosenheim trotz Ablehnung aller vier Varianten durch den Stephanskirchner Gemeinderat nun die Variante drei der sogenannten Kraglinger Spange verwirklichen will, erzürnt viele Mitglieder des Gremiums.

„Wir wurden bewusst belogen“, greift SPD-Rätin Steffi Panhans Baudirektor Christian Rehm an. Der Leiter der Behörde habe bei früheren Veranstaltungen darauf verwiesen, dass die Spange nicht gegen den Wunsch der Kommune verfolgt werde. Rehm begründet die Entscheidung für die Planung der rund 2,3 Millionen Euro teuren Straße mit dem Nutzen für die Region: „Wir bauen sie für den außerörtlichen Verkehr, der rund 90 Prozent ausmacht.“ Vorteile soll die Maßnahme laut Bauamt aber auch für die Stephanskirchner Bevölkerung bringen – unter anderem durch Entlastungen neuralgischer Verkehrsknotenpunkte, beispielsweise an der Kreuzung Salzburger/ Miesbacher Straße. Reisner

In Holzkirchen glaubt man aber noch immer das die Gemeinde bei der Planung und beim Bau der Südumfahrung Holzkirchens ein Mitspracherecht hat. Wie lange glauben denn die Bürger das Märchen noch ? Herr von Loewis sagt das die Gemeinde dann Ende 2017 gefordert ist – in welcher Form auch immer. Sehr gerne sind wir da jetzt schon mit der Pressemeldung für das Jahr 2017 behilflich.

Auszug aus der Pressemeldung Ende 2017:

“Leider hat das Straßenbauamt Rosenheim uns die Entscheidung abgenommen – die Umgehungsstraße für Holzkirchen wird nun vom Bund geplant und gebaut. Da haben wir nichts mitzureden… der Gemeinde Holzkirchen sind da leider die Hände gebunden. Für Hartpenning und Kurzenberg können wir leider auch nichts machen da diese Umfahrungen ja nur im erweiterten Bedarf sind und der Bund dafür kein Geld mehr hat.”

Facebookby feather

Bürgermeister will Hartpenning doch wieder nur beruhigen…

Den vielen Verkehr möchte die Marktgemeinde aus der Holzkirchner Ortsmitte rauskriegen. 

BÜRGERMEISTER BERICHTET VON GESPRÄCH 

Abstufung der Ortsdurchfahrt: Behörden nicht abgeneigt

 

Holzkirchen – Die Gemeinde möchte die Ortsdurchfahrt abstufen. Bürgermeister Olaf von Löwis berichtete nun davon, was die Behörden dazu sagen. Auch die Südspange war Thema.

Die Gemeinde möchte als „Königszug“ des Mobilitätskonzepts die Holzkirchner Ortsdurchfahrt (Münchner Straße) vom McDonald’s-Kreisel bis zum Marktplatz – eine Staatsstraße – zur Gemeindestraße abstufen (wir berichteten). Zum Tausch soll die Nordspange zur Staatsstraße hochgestuft werden. Bislang firmiert sie als Kreisstraße MB 9, deren Baulast die Kommune trägt. Die Gemeinde hofft auf mehr Handlungsspielraum.

 

Wie Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) jetzt im Gemeinderat bekannt gab, fand dazu ein Gespräch mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim, Landratsamt und Polizei statt. Auch der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) samt Südspange waren Thema. Gemeinsam mit Rathausmitarbeiterin Verena Sattler teilte Löwis nun die Ergebnisse mit. Zuständig für die Umwidmung sei die Oberste Baubehörde im Bayerischen Innenministerium.

„Alle drei Institutionen sind dem Thema nicht abgeneigt“, berichtete Sattler über die Umwidmungen. Auch was die Gestaltung der Ortsdurchfahrt Großhartpenning betrifft, habe das Straßenbauamt Gesprächsbereitschaft signalisiert. Allerdings bemerkten die Behörden, dass das Teilstück der B 318 bei Holzkirchen das „am meisten befahrene Straßenstück im Landkreis“ sei; ferner sei der Teil an der „Spinne“ ein Unfallschwerpunkt. Dieser Bereich sollte durch eine Umwidmung nicht mehr belastet werden. Eine „Ringlösung“ würden die Behörden nur im Zusammenhang mit einer Südspange sehen.

Bei dieser Gelegenheit stellte Löwis den aktuellen Stand und weitere Schritte dazu vor. Der BVWP sei seit 2. Dezember Gesetz, darin stehe die Südspange im vordringlichen Bedarf, die Umfahrungen für Großhartpenning und Kurzenberg im weiteren Bedarf mit Planungsrecht. Das Straßenbauamt nehme nun die Planung auf. Für einen großen Teil des Holzkirchner Planungsgebiets gebe es eine Umweltverträglichkeitsstudie samt Raumwiderstandskarte. Die Räume um Hartpenning und Kurzenberg müssten naturschutzfachlich untersucht werden. Ende 2017, Anfang 2018 lege die Behörde der Gemeinde mehrere Trassen vor. „Da sind wir dann gefordert – in welcher Form auch immer“, sagte Löwis. „Man hat mir bestätigt, dass dem Votum der Gemeinde erhebliche Bedeutung beigemessen wird.“ Bis Anfang 2017 könnten Bürger Trassen beim Straßenbauamt einreichen.

Nächster Schritt wäre ein Raumordnungsverfahren, was hier nicht erforderlich sei. Dann werde der Vorentwurf erarbeitet, im Anschluss beginne das Planfeststellungsverfahren, unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Der Planfeststellungsbeschluss könnte vor dem Verwaltungsgericht beklagt werden. Sofern bestandskräftiges Baurecht vorliege und die Finanzierung stehe, folgen Grunderwerb, Ausschreibung und Vergabe, Bauausführung und Verkehrsfreigabe. Es könne sein, dass andere Projekte rausfliegen, und die Umfahrungen für Hartpenning und Kurzenberg früher kommen.

Einen Runden Tisch Verkehr, bei dem die FWG gerne eine eigene Südspangen-Trasse südlich der jetzt angedachten mit hochkarätigen Politikern besprechen möchte (wir berichteten) hält Löwis für schwierig. Er wisse nicht, mit welcher Begründung er die Politprominenz einladen solle.

Facebookby feather

Von Tauschgeschäften und Umfahrungen – Holzkirchner Stimme vom 21.12.2016


21. Dezember 2016 14:02 geschrieben von Laura Lorefice 0 Kommentare

Ein Tauschgeschäft mit der Regierung von Oberbayern – das könnte die Lösung für Holzkirchens Verkehrsprobleme sein. Die Ortsdurchfahrt soll zur Gemeindestraße werden. Dazu fand nun ein erstes Treffen mit den Behörden statt, bei dem auch noch ein zweites heißes Thema auf den Tisch kam.

Wie bringt man den Verkehr aus dem Holzkirchner Ortszentrum? Die Gemeinde arbeitet intensiv an Lösungen. /Archivbild
Holzkirchner Gemeindevertreter sowie der Gemeinderat trafen sich Ende Oktober zur großen Klausurtagung zum Orts- und Mobilitätskonzept. Dabei warf ein Vorschlag des Gutachters Kaulen ein ganz neues Licht auf Holzkirchens Verkehrsprobleme. Demnach sei es laut des Experten möglich, der Regierung von Oberbayern ein Tauschgeschäft anzubieten. Heißt im Detail: Die Gemeinde möchte die Nordumfahrung – die derzeit als Kreisstraße ausgeschrieben ist, deren Baulast aber die Marktgemeinde trägt – der Regierung als Staatsstraße anbieten. Dafür möchte die Marktgemeinde aber die Ortsdurchfahrt in der Münchner Straße (Marktplatz bis McDonald-Kreisel) haben.
Hätte die Gemeinde die Zuständigkeit der Münchner Straße, wäre vieles möglich, so Bürgermeister Olaf von Löwis im Oktober auf einer Pressekonferenz. Dieses Tauschgeschäft wäre die Voraussetzung für viele Einzelmaßnahmen zur Ortskernverschönerung. Doch so einfach geht das nicht. Die Änderung der Zuständigkeit der beiden Straßen bedarf langer Vorgespräche mit den Behörden.
Ein erstes Treffen

Vergangenen Dienstag trafen sich nun Vertreter der Gemeinde mit dem staatlichen Bauamt Rosenheim, dem Landratsamt Miesbach und Vertretern der Polizeiinspektion Holzkirchen sowie einem Vertreter aus dem Büro Kaulen zu einem ersten Gespräch. Unterhalten wurde sich über das Orts- und Mobilitätskonzept. In dem Zuge wurde die Idee des Tauschgeschäftes vorgestellt und Vorteile sowie Herausforderungen dargestellt. Diese bestehen in erster Linie in der Verkehrsführung und wie man den Verkehr am Besten auf die B 318 leiten kann.
Bei dem Treffen stellt sich laut Gemeinde heraus: Alle Vertreter waren von der Idee „nicht abgeneigt“.
Die Polizeiinspektion nannte den Bereich zwischen der A8 und der Auffahrt ins Gewerbegebiet jedoch „den am meist befahrendsten Teil im Landkreis“ und riet zunächst davon ab, diesen Bereich mit weiterem Verkehr zu belasten. Dennoch wurde der Vorschlag von den Behörden als „begrüßenswert“ gehandelt. Die Gemeinde möchte nun an dem Thema dran bleiben.
„Südumfahrung“ kommt auf den Tisch

Doch nicht nur das Tauschgeschäft war Thema des Treffens. Im Zuge der Gespräche, kam auch die „Südumfahrung“ auf. Diese könnte mit der neuen Lösung zusammenhängen. Denn: Im Falle einer Südumfahrung würde auch das Tauschgeschäft besser zur Geltung kommen. So könnte die Marktgemeinde nämlich komplett umfahren werden und durch das Ortszentrum würden endlich weniger Autos brettern. Könne eine Südumfahrung nicht realisiert werden, müsste man den Verkehr von der Nordumfahrung wieder in die Tegernseer, beziehungsweise Miesbacher Straße in den Ort reinleiten.
Doch noch ist nichts in trockenen Tüchern. Das Treffen mit den Behörden war nur ein erster Zwischenstand in dieser Sache. Die rechtlichen und formalen Regelungen des Tauschgeschäfts können sich laut Gemeinde „hinziehen“. Im Januar soll zunächst das Orts- und Mobiltitätskonzept beschlossen werden. Daraufhin sollen dann Sofortmaßnahmen entschieden werden. Diese möchte man laut Gemeinde zusammen mit dem staatlichen Bauamt Rosenheim im Detail abklopfen und besprechen, was möglich wäre, wenn die Ortsdurchfahrt zur Gemeindestraße werden würde.

Facebookby feather

Presseartikel Holzkirchner Stimme zum BVWP 2030

Wenn Blechschlangen nichts bringen

„Umgehung ist, wenn alle fahren und nur Hartpenning im Regen steht“ – der Strauß an Bonmots und Süffisanzen rund um das Thema Verkehr ist bunt, seit der „Bund“ sich in diesem Jahr gemeldet hat. Nun verkünden die Hartpenninger, dass es ihnen endgültig stinkt.

"Hartpenning muckt auf" fordert eine Stellungnahme des Gemeinderates zur geplanten ortsnahen Südumfahrung.

Spätestens seit Veröffentlichung des Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 blutet die Umgehungswunde der Gegner. Nachdem im Sommer die Öffentlichkeitsbeteiligung abgeschlossen wurde, hat der Bundestag letzte Woche den BWP und die darin befindlichen Straßenbauprojekte im Gemeindegebiet Holzkirchen endgültig auf den Weg gebracht.

Dass dies ohne Änderungen durchgegangen ist, ärgert die Verantwortlichen von „Hartpenning muckt auf“. In einer Mitteilung betont Karsten Hense, dass sich die Öffentlichkeitsbeteiligung als Luftnummer herausgestellt habe.

Der von vielen Seiten heftig kritisierte und als rückschrittlich bezeichnete Infrastrukturplan und insbesondere die fragwürdigen Projekte B13neu und Ausbau der B318 wurden ohne Änderungen durchgewunken.

Für den Ortsteil Hartpenning bedeute die Planung laut Hense, eine maximale Mehrbelastung der ohnehin bereits im Verkehr erstickenden Ortsdurchfahrt. „Uns stinkt es besonders, dass man dies im Holzkirchner Rathaus bewußt in Kauf nimmt und Großhartpenning sprichwörtlich verheizt,“ so der Vorstand.

Dabei stehe laut den Hartpenningern ausser Frage, dass der geplante B13-Neubau reines Stückwerk sei, weil er nur die Ortsumfahrung von Holzkirchen finanziell und planungstechnisch berücksichtigt. Hense betont:

Dass die Trasse kaum Entlastung für den Holzkirchner Marktplatz bringt, weiss man nicht nur im Staatlichen Bauamt in Rosenheim sondern auch in Holzkirchen. Dies liegt an dem hausgemachten Ziel- und Quellverkehr, der laut Verkehrserhebungen zwischen 70 bis 80 Prozent liegt und angesichts der innerörtlichen Wachstumspolitik noch weiter ansteigen dürfte.

Der Verein ist der Auffassung, man im Oberland vor allem eine bessere Schieneninfrastruktur und attraktivere ÖPNV-Angebote brauchen. Denn mehr Straßen würden einfach nur mehr Verkehr, mehr Lärm und mehr Schadstoffe bedeuten. Aufgeben wolle man im Verein aber auch nach der Verabschiedung des BVWP nicht: „Wir werden uns auch in Zukunft mit allen Mitteln gegen diesen Wahnsinn wehren.“

Bürgerbeteiligung eine Farce?

Bereits im September hatte die SPD erklärt, dass die Bürgerbeteilgung nur zur Politikverdrossenheit führen würde. So sei es zwar unmöglich, dass der Verkehrsausschuss nach der Beteiligung der Öffentlichkeit nicht über jedes der rund 1.000 bewerteten Projekte im Detail beraten könne. Im Zweifelsfall sollten die Gremien jedoch darlegen, inwieweit die Argumente der Anwohner berücksichtigt wurden.

„Für besonders umstrittene Projekte wie die Umfahrungen bei Holzkirchen halte ich dies für besonders geboten, denn nur so entfaltet das Beteiligungsverfahren seine volle Wirkung,“ das erklärte die Vertreterin der SPD-Bundestagsfraktion Rita Hagl-Kehl. Unterstützt wurde sie dabei vom Holzkirchner Hans Pavlowsky, Landesparteirat der SPD. Pavlowsky sah die „gut durchdachten Argumente der Bürger im Beteiligungsverfahren“ viel zu wenig berücksichtigt. Diese sei laut Pavlowsky eine „Farce“.

Löwis schiebt Thema weiter auf lange Bank

Ganz anders als die Umfahrungsgegner aus Hartpenning hört sich Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) an. Gegenüber dem Merkur betont Löwis: „Ich freue mich sehr über den endgültigen Beschluss zum Bundesverkehrswegeplan“. Ein klares Votum des Gemeinderates soll es trotz allem noch nicht geben.

Der Gemeinderat kann sich erst dann positionieren, wenn wir Fakten haben. Wir warten auf die genaue Trasse.

Laut Löwis starten nun die weiteren Untersuchungen zuständigen Bauamtes in Rosenheim. So gebe es derzeit für die Holzkirchner Südspange vier unverbindliche Streckenführungen als Alternativen. Und womögich könnte es noch bis zu einem Jahr dauern, bis das Straßenbaumt seine Vorschläge öffentlich macht. Erst dann wolle man als Holzkirchner Gemeinderat das offizielle Votum abgeben.

Facebookby feather