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Am Donnerstag vergangener Woche hat sich um Herrn Lars Hülsmann eine Bürgerinitiative gegen eine Umgehung von Waakirchen gegründet. In einer Präsentation für einigen interessierten Waakirchnern wurde unter anderem folgendes Aussage getätigt:

“Um die B 472 vor allem vom Schwerverkehr zu entlasten, brauche es ein landkreisübergreifendes Konzept, bei dem das Verkehrsaufkommen zwischen Bad Tölz, Holzkirchen und Miesbach sowie die Anbindung an die Autobahn im Vordergrund stehen, betonte Hülsmann.. Die B 13 und die B 318 müssten konsequent ausgebaut werden. Flankiert werden sollte dies von kurzfristigen Einzelmaßnahmen vor Ort.”

Von Seiten Lars Hülsmann wird somit die Forderung laut: Es muss ein konsequenter Ausbau der B13 zwischen Bad Tölz und der Autobahn über Holzkirchen vorangetrieben werden.  Da laut Aussage dieser Bürgerinitative weitere Umgehungsstraßen nur weiteren Verkehr anziehen scheint dieses aber nur für Waakirschen zu gelten. Ebenfalls die Zerstörung der Natur scheint dabei nur auf Waakirchner Flur zu gelten. Das mit dem Bau einer Holzkirchner Südumfahrung zahlreiche Existenzen bedroht sind, ein Naherholungsgebiet zerstört wird und ein ganzer Ortsteil mit noch mehr Verkehr zugeschüttet wird scheint Herr Hülsmann dabei zu vergessen.

Unser Kommentar zu den Aussagen der neu gegründeten Bürgerinitiative in Waakirchen:

Das Sankt-Florian-Prinzip (österreichisch: Floriani-Prinzip) oder die Sankt-Florian-Politik bezeichnet Verhaltensweisen, potentielle Bedrohungen oder Gefahrenlagen nicht zu lösen, sondern auf andere zu verschieben. Die englischsprachige Entsprechung ist Nimby, ein Akronym für „Not in my backyard“.

 

Der Heilige Sankt Florian zu Gast in Waakirchen
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2 Gedanken zu „Der Heilige Sankt Florian zu Gast in Waakirchen

  • 21. April 2016 um 23:22
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    Lieber Autor des oben genannten Artikels,

    mein Name ist Lars Hülsmann (nicht zu verwechseln mit Florian und schon gar nicht mit einem Heiligen) und ich bin der Mitbegründer der Bürgerbewegung Entlastung der B472 (Waakirchen). Sie sprechen im Hinblick auf unser Vorgehen vom St. Florians-Prinzip, welches ich gut nachvollziehen kann. Bei näherer Betrachtung, würde ich das aber in Frage stellen wollen, und zwar aus folgenden Gründen: Auf der B472 zwischen Tölz und Waakirchen fahren täglich ca. 14.000 Fahrzeuge, davon ca. 900+X Schwerlast-LKW. Zwischen Tölz und Holzkirchen, und zwar genau auf der Höhe Großhartpenning, fahren ca. 6.500 Fahrzeuge täglich, davon gerade einmal ca. 180-200 Schwerlast-LKW (1/4 des Aufkommens in Waakirchen). Ganz offensichtlich fahren also deutlich mehr Kfz durch Waakirchen als durch Hartpenning, und ebenso offensichtlich sind eine ganze Menge Fahrzeuge dabei, die von Lenggries/ Tölz kommend, eigentlich nach Holzkirchen oder München fahren wollen, hier aber die schnellere Route über die B472 bzw. dann die B318 nehmen. Glauben Sie nicht? Wir schon, denn wir sehen täglich die Kennzeichen der Fahrzeuge und wissen auch durch Gespräche mit Spediteuren, dass diese dort lang fahren, wo es schneller ist, nämlich durch unsere Region, nicht aber über die B13. Soll heißen: Wir wollen, dass der Verkehr dort abgewickelt wird, wo er herkommt bzw. hin will, denn: “Die kürzeste Entfernung zwischen zwei Punkten ist immer noch eine Gerade”. Darüber hinaus dürfen wir darauf verweisen, dass das Straßenbauamt Rosenheim bei seinem Projektplan für Holzkirchen festgestellt hat, dass die Umweltbelastung “gering” wäre, in Waakirchen dagegen “mittel”. Darüber kann man natürlich streiten, aber finden Sie das alles “like for like”, also St. Florians-mäßig? Wir sehen das nicht wirklich, sondern stehen u.a. gegen eine einseitige Politik seitens der Holzkirchner Südspangengegner (gegen Waakirchen) auf. Sie glauben nicht, dass es eine solche gibt? Dann lesen Sie bitte die Studie “Verkehr in Holzkirchen und im Oberland”. Dort steht geschrieben, dass bei eine rVermeidung der Südspange bei gleichzeitigem Bau der OU in Waakirchen, bis zu 4.000 Kfz nach dorthin abgeschoben werden können (also zu uns). Na, wenn das man kein St. Florians-Prinzip ist… Zum Schluss darf ich darauf hinweisen, dass wir in unserer letzten Stellungnahme bzw. dem aktuellen Flyer zu dem Thema, explizit darauf verwiesen haben, dass wir auch eine adäquate B13-Alternative zur Südspange unterstützen würden, so lange aber eines klar ist: Der Verkehr muss wieder dahin, wo er herkommt, bzw. hingehört. Allerdings ebenso als Teil eines überregionalen Verkehrskonzeptes (was es derzeit nicht gibt), bei dem wir evtl. alle Umfahrungen stoppen können. Wir sind dazu auf jeden Fall, und herzlich gerne auch mit Ihnen, dialogbereit. Mit besten Grüßen aus Waakirchen, Lars Hülsmann

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    • 26. April 2016 um 12:45
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      Sehr geehrter Herr Hülsmann,

      danke für Ihre Anmerkungen. Wir bleiben dabei, St. Florian ist präsenter denn je
      und das machen Sie mit Ihrem Kommentar erneut deutlich.

      Korrigieren müssen wir die von Ihnen angeführte Verkehrsbelastung für Großhartpenning.
      Sie liegt laut Analyse von Dr. Kaulen vom 15.10.2015 deutlich höher. Einsehen können
      Sie das Mobilitätskonzept mit Messdaten auf der Holzkirchner Internetseite.
      Eine Langzeit-Messung des Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit im Oberland
      im Herbst 2014 lieferte noch höhere Werte. Die Verkehrsbelastung in Großhartpenning
      ist nicht nur sehr hoch, sondern durch den ungebremst und großenteils zu schnell
      fahrenden Verkehr auch sehr schädlich, was Emissionen, Unfallgefahren und Lärmbelästigung
      angeht. Insofern geht es nicht darum, dass die einen stark und die anderen weniger stark belastet sind.

      Was die Umwelt- und Naturschutzfachliche Bewertung angeht, so ersehen Sie bitte im BVWP-Entwurf für das
      Gesamtprojekt “B013-G090-BY” eine Umweltbetroffenheit von “mittel”. Wegen der Zerschneidung von
      Großsäuger-Lebensräumen über 4.5 km Länge wird das Projekt in der Umweltbetroffenheit sogar
      als “hoch” eingestuft. Auch in Holzkirchen/Großhartpenning/Kurzenberg ist die Natur schützenswert.

      Wir hoffen, dass Sie Ihren Mitgliedern die entsprechenden Informationen zukommen lassen und nicht weiterhin
      den Eindruck erwecken, woanders wäre Strassenbau weniger problematisch, als vor Ihrer eigenen Haustüre frei
      nach dem Motto: “Heiliger St. Florian verschon mein Haus, zünd andre an!”
      Herzlichst, Ihr
      Hartpenning muckt auf e.V

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